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Extensives Fernsehen kostet Lebenszeit

Täglich viele Stunden vor dem Fernsehen zu hocken, kostet Lebenszeit. Bei einem 25-Jährigen bedeutet das, dass jede Stunde vor der Glotze seine Lebenserwartung um 22 Minuten mindert. Warum Fernsehen so gefährlich ist? Es verführt zum Sitzen, sagen die Forscher. Deshalb die gute Nachricht: Schon 15 Minuten sportliche Bewegung am Tag verlängert das Leben um drei Jahre.
 
Mit dem Thema Fernsehen und dessen Auswirkung auf die Gesundheit haben sich gleich zwei Studien in jüngster Zeit beschäftigt. Die eine hat in Australien stattgefunden und beobachtete die Lebensgewohnheiten von über 11.000 Menschen nach dem 25. Lebensjahr. Die Wissenschaftler ermittelten, dass diejenigen, die über sechs Stunden pro Tag vor der Glotze verbringen, pro Stunde etwa 22 Minuten Lebenszeit verlieren. Sie leben demnach um fast fünf Jahre kürzer als Menschen ohne Fernseher.

Schuld daran, so die Autoren, ist vor allem eine Zunahme bei Herzinfarkten und Schlaganfällen. Die Wissenschaftler ziehen einen Vergleich zum Rauchen. Lebenslange Raucher sterben um vier Jahre früher, wobei eine Zigarette elf Minuten Lebenszeit kostet - was im Vergleich so viel ist wie eine halbe Stunde Fernsehen.

Eine andere in China und Taiwan durchgeführte Studie geht den anderen Weg. Sie hat untersucht, was man gewinnt, wenn man auf bestimmte Zeiten vor dem Fernseher verzichtet. Schon 15 Minuten Sport – also die Dauer einer Tagesschau - an 6 Tagen in der Woche bedeuten für Männer ein um durchschnittlich 2,5 Jahre längeres Leben. Bei Frauen sind es 3,1 Jahre. Bei 30 Minuten sportlicher Aktivität an 5 Tagen in der Woche steigt die Lebenserwartung von Männern um 4,2 Jahre und bei Frauen um 3,7 Jahre. Beobachtet wurden 416.175 Frauen und Männer über einen Zeitraum von über acht Jahren. 



Berliner Ärzteblatt 17.08.2011/ Quelle: British Journal of Sports Medicine, The Lancet, pte
 
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