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Schon ein wenig Bewegung fördert die Herzgesundheit älterer Menschen

Bewegung ist gesund. Natürlich. Wissen wir eigentlich alle. Doch wie gesund Bewegung insbesondere für Über-65-jährige ist, das belegt jetzt eine Studie. Dabei reicht schon eine "moderate" Bewegung aus, um die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit zu halbieren.

„Eine Studie aus Finnland zeigt, dass moderate körperliche Aktivität bei Menschen über 65 Jahren die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit um mehr als 50 Prozent verringert und die Risiken eines akuten Ereignisses um mehr als 30 Prozent.“ Das berichtet Dr. Franz Xaver Roithinger, Landesklinikum Wiener Neustadt. Je höher das körperliche Aktivitätsniveau - desto besser die Ergebnisse, das ergab die Auswertung der über zwölf Jahre laufenden Untersuchung mit fast 2.500 Teilnehmern. 

Die finnische Geriaterin Prof. Dr. Riitta Antikainen, University Oulu, beschreibt die Auswirkungen regelmäßiger körperlicher Aktivität bei älteren Menschen so: „Der Schutzeffekt durch körperliche Freizeitaktivitäten ist dosisabhängig, mit anderen Worten, je mehr man macht desto besser. Solche Aktivitäten haben auch eine Schutzwirkung wenn andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen, zum Beispiel hohe Cholesterinwerte." Sie weiß aber auch: „Körperliche Aktivitäten können im Alter eine größere Herausforderung darstellen, wichtig dabei ist, ausreichend sichere körperliche Aktivitäten zu betreiben, um im Ruhestand gesund zu bleiben.“

Die Forscher unterteilten die körperlichen Aktivitätsniveaus in niedrig (Lesen, Fernsehen oder leichte Hausarbeiten), moderat (Gehen, Fahrradfahren, Gärtnern für zumindest vier Stunden pro Woche) und hoch (Laufen, Joggen, Skifahren, Gymnastik, Schwimmen, schwere Gartenarbeiten sowie intensives sportliches Training für zumindest drei Stunden pro Woche).

Die finnische Studie bestätigt den hohen Stellenwert ausreichender körperlicher Aktivität für die Herz-Kreislauf-Gesundheit - und zwar unabhängig vom Alter. Und: Es muss nicht immer Joggen sein, auch alltäglichere körperliche Betätigungen können sinnvoll sein. Dabei müsse das Ausmaß der Aktivitäten dem individuellen Gesundheitszustand angepasst werden, betont Roithinger. Diese Anpassung lasse sich leicht durch die Registrierung der Herzfrequenz steuern und überwachen.

Ein neuer Aktivitätsmesser  - der sogenannte „Personal Activity Intelligence“ (PAI) - verwendet die individuelle Herzfrequenz als Maß zur individuellen Reduktion des Herz-Kreislauf-bedingten Risikos. „Viele Menschen sind häufig nicht ausreichend aktiv, weil sie nicht über ausreichend sinnvolle Informationen darüber verfügen, wie viel körperliche Aktivitäten für sie erforderlich sind und in welcher Intensität“, so Dr. Javaid Nauman, Norwegen. PAI soll dabei unterstützen, auf wissenschaftlich abgesicherter Grundlage ein individuell geeignetes Aktivitätsniveau einzuhalten. Überraschenderweise gibt es eine gleichlautende App bei iTunes.

02.09.2016/ Quelle: ESC 2016

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