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Doping: Nicht nur im Leistungssport

Leistungssteigerung durch Doping - das wenden doch nur Leistungssportler an. Wirklich? Doping beschränkt sich nicht auf den Leistungssport, betont die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Verbreitet seien diese Präparate, die oft körpereigenen Stoffen ähneln, auch im Freizeitsport und in Fitnessstudios. Und die Vielfalt der oft hormonähnlichen Stoffe nimmt zu, wobei Freizeit- wie Leistungssportler die gesundheitlichen Gefahren anscheinend unterschätzen.

Viele Hormonpräparate steigern die Leistung von Sportlern. Sie bergen aber auch gesundheitliche Risiken in sich, bis hin zur Lebensgefahr. So lassen die anabol-androgenen Steroidhormone – das sind künstlich hergestellte Hormone – die dem männlichen Sexualhormon Testosteron ähneln, zwar die Muskelmasse wachsen. „Aber gleichzeitig können diese Stoffe auch die Psyche der Konsumenten verändern, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Krebs verursachen“, warnt Dr. Helmut Schatz, von der DGE.

Sehr gefragte Dopingpräparate sind auch die sogenannten Peptidhormone. Dazu zählt etwa der Stoff Erythropoietin (EPO): Als Medikament wird es gegen Blutarmut eingesetzt; Sportlern hilft es, die Ausdauer zu fördern. Da EPO das Blut verdickt, steigt die Gefahr lebensbedrohlicher Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel. Bei Bodybuildern beliebt ist das humane Wachstumshormon (hGH), das Fettgewebe abbaut und Muskelwachstum fördert. „Aber das Hormon steigert unter anderem das Risiko für Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, weiß Professor Schatz.

Im Leistungssport sollen Dopingkontrollen den Einsatz verbotener Substanzen unterbinden. Doch die Vielfalt der Präparate erschwert den Nachweis. „Einige Mittel ähneln zudem körpereigenen Stoffen, andere bleiben nur kurz im Körper, wieder andere lassen sich nur mit großem Aufwand nachweisen“, schildert Professor Dr. Mario Thevis von der Deutschen Sporthochschule Köln das Problem. Während man etwa EPO im Urin gut aufspüren könne, sei der Nachweis des Wachstumshormons hGH im Harn unmöglich.

wanc 18.07.2012/ Quelle: J Pharm Biomed Anal. 2012, 57: 26–32, Br J Sports Med. 2012, in press. doi:10.1136/bjsports-2012-090988
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