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Frau mit Herzproblemen
Schmerzen in der Brust und Atemnot - Folgen von extremem Stress (Foto: DAK)
Extremer Stress: Beschwerden wie bei einem Herzinfarkt

Vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren kann extremer Stress Beschwerden wie bei einem Herzinfarkt auslösen. Doch anders als beim „echten“ Infarkt ist die Durchblutung des Herzmuskels bei diesem Krankheitsbild nicht beeinträchtigt. Die meisten Patientinnen erholen sich von ihrem "gebrochenen Herzen", das die Ärzte als Tako-Tsubo- oder Stress-Kardiomyopathie bezeichnen.

Ein plötzlicher Vernichtungsschmerz in der Brust, Atemnot und manchmal auch eine Bewusstlosigkeit. So erleben die Betroffenen eine Tako-Tsubo-Kardiomyopathie. Auch die medizinischen Befunde – die "Infarktzacken" in der Herzstromkurve (EKG) und manchmal auch ein marginaler Anstieg der Herzenzyme im Blut – sprechen zunächst für einen Herzinfarkt. Doch in der Herzkatheteruntersuchung finden die Ärzte keinen Hinweis auf den Verschluss eines Herzkranzgefäßes.

Auffällig ist hingegen die Form insbesondere der linken Herzkammer. Die Herzspitze ist typischerweise bauchig erweitert, der Ausflusstrakt in die Hauptschlagader dagegen stark verengt. Das erinnerte japanische Ärzte, welche die Erkrankung Anfang der 90er-Jahre zuerst beobachteten, an eine Tintenfischfalle, japanisch Tako Tsubo. Daher hat die Erkrankung ihren Namen.

So exotisch die Bezeichnung auch klingt. Eine Tako-Tsubo-Kardiomyopathie ist keineswegs selten. Sie liegt nach einer neueren deutschen Untersuchung 7,5 Prozent aller vermeintlichen akuten Koronarsyndrome (Herzinfarkte und unmittelbare Vorstufen) bei Frauen zugrunde. Besonders häufig ist die Erkrankung bei Frauen nach den Wechseljahren. Auf diese Gruppe entfallen nahezu neun von zehn Tako-Tsubo-Kardiomyopathien.

Warum ältere Frauen besonders gefährdet sind, ist unklar, auch die Ursache der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie ist laut Dr. Holger Nef von der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim bis heute nicht restlos geklärt. Viele Experten vermuten aber eine starke Freisetzung von Stresshormonen als Auslöser. Dazu passt, dass die meisten Frauen über ein körperliches oder noch häufiger über ein psychisches Trauma berichten, das der Herzattacke unmittelbar vorausgeht. Die Tako-Tsubo-Kardiomyopathie wird deshalb manchmal auch als Syndrom des "gebrochenen Herzens" (broken-heart-syndrome) bezeichnet.

Wie die derzeitige Datenlage zeigt, können Stresshormone dosisabhängig zu einer Schädigung von Herzmuskelzellen führen. In Gewebeproben von Patienten mit Tako-Tsubo-Kardiomyopathie sehen die Ärzte die gleichen Veränderungen, die auch von anderen Erkrankungen bekannt sind, die mit einer extremen Ausschüttung von Stresshormonen einhergehen. Dass die Herzkammer die Form einer Tintenfischfalle annimmt, könnte durch eine erhöhte Empfindlichkeit der Herzspitze gegenüber den Stresshormonen bedingt sein. Hier versagt der Herzmuskel, während er sich im Ausflusstrakt zusammenzieht.

Im buchstäblichen Sinn "gebrochen" ist das Herz natürlich nicht, und anders als beim echten Infarkt erholen sich die meisten Frauen vollständig von einer Tako-Tsubo-Kardiomyopathie. In der akuten Phase kann die Erkrankung jedoch lebensgefährlich sein, weshalb die Patientinnen unbedingt in ärztlicher Behandlung bleiben sollten. Todesfälle sind vereinzelt aufgetreten. Obwohl ein Wirkungsbeleg durch klinische Studien fehlt, setzen die meisten Ärzte zur Behandlung Betablocker ein, welche die Wirkung von Stresshormonen am Herzen abschwächen. Angstlösende Medikamente und eine Psychotherapie können den Frauen dabei helfen, extreme Stressereignisse besser zu verarbeiten.

WANC 26.08.08
Quelle: H. M. Nef et al.: Tako-Tsubo-Kardiomyopathie. DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008; 133 (31/32): S. 1a629-1636

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