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Depressive Frauen erleiden fast doppelt so häufig einen Schlaganfall wie Frauen ohne Depressionen (Foto: Stock photo)
Depressive Frauen erleiden fast doppelt so häufig einen Schlaganfall wie Frauen ohne Depressionen (Foto: Stock photo)
Depressive Frauen erleiden häufiger einen Schlaganfall

Depressionen erhöhen - das ist längst kein Geheimnis mehr - die Gefahr, einen Schlaganfall zu bekommen. Das gilt im Grunde für Männer wie Frauen, wobei eine neue Studie ausschließlich Frauen im Alter von 47 bis 52 Jahren untersucht hat. Die Studie zeigt auf, dass durchaus altersbedingte Risikounterschiede bestehen: jüngere Frauen sind gefährdeter als ältere.

Beobachtet wurden 10.547 australische Frauen über einen Zeitraum von 12 Jahren, 24% litten unter Depressionen und bei 117 wurde in dieser Zeit ein Schlaganfall diagnostiziert. Es stellte sich heraus, dass depressive Frauen fast doppelt so häufig einen Schlaganfall erlitten als Frauen ohne Depressionen.

Das liest sich spektakulär, ist es aber vielleicht gar nicht. Denn die Zahl der Frauen, die einen Schlaganfall bekommen rangiert in Australien bei 1,5%, bei Frauen mit Depressionen sind es 2%   - Zahlen, die so ähnlich auch für Deutschland gelten. Dabei belegen auch andere Studien, dass jüngere depressive Frauen ein höheres Risiko als ältere tragen. Warum das so ist, kann man nicht ganz genau erklären, denn grundsätzlich steigt das Risiko für einen Schlaganfall und die absolute Zahl von Schlaganfällen bei älteren Frauen an. Doch möglicherweise lässt sich in höherem Alter der Einfluss unterschiedlicher Risiken nicht mehr genau trennen.

Während Ärzte die Gründe für das steigende Schlaganfallrisiko von Depressiven durchaus erklären können, bleiben einige andere Fragen eher unbeantwortet. Durch Depressionen erhöhen sich im Körper die Stresshormone und Entzündungsauslöser. Das steigert die Gefahr für eine Verkalkung der Gefäße (Arteriosklerose) und das Verklumpen von Blutplättchen, was zu Thrombosen (Verschluss von Blutgefäßen) führen kann. Und all das macht Schlaganfälle wahrscheinlicher.

Was nicht vollständig geklärt ist, ist der Einfluss des Lebensstils. So weiß man, dass depressive Menschen häufig ungesunder leben: sie rauchen und trinken mehr, bewegen sich weniger, ernähren sich schlechter und haben häufiger Übergewicht. Auch das wirkt sich auf das Risiko aus, einen Schlaganfall zu bekommen. Zwar sagen die Wissenschaftler der Studie, diese Einflüsse heraus gerechnet zu haben. Doch ob das wirklich gelingen kann, ist zumindest umstritten.


Berliner Ärzteblatt 22.05.2013/ Quelle: STROKEAHA
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