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Hormonersatztherapie: Die Frage von Nutzen und Gefahren

Eine Hormonersatztherapie wurde Frauen beispielsweise verschrieben, um sie vor negativen Begleiterscheinungen der Menopause zu bewahren. Und zwar häufig. Doch vor rund zehn Jahren ergab eine Studie (Women’s Health Initiative - WHI), dass die Hormongabe, die vor allem vor Osteoporose sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen und klimakterische Beschwerden lindern sollte, dramatische Nebenwirkungen hat: eine erhebliche Erhöhung der Erkrankungsrate von Brustkrebs. Auch der Schutz vor Schlaganfall und Herzinfarkt fiel nicht wie erwartet aus. In der Folge veränderten Fachgesellschaften die Behandlungsempfehlungen. Doch nun kommt eine neue Studie zu dem Thema, die einen verwirren muss: Trotz Hormonersatztherapie stieg die Krebsrate nicht an.

Die in Dänemark durchgeführte Studie umfasste 1006 gesunde Frauen, von denen 504 eine Hormonersatztherapie erhielten und der Rest nicht. Das Alter der Frauen rangierte zwischen 44 und 58 Jahren bei Beginn der Untersuchung zwischen 1990 und 1993. Die Frauen wurden zehn Jahre lang behandelt, dann wurde die Hormonersatztherapie aufgrund der Ergebnisse der WHI-Studie abgebrochen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren in der Gruppe der behandelten Frauen 15 und in der der unbehandelten 26 Frauen gestorben. An einem Herzinfarkt oder Schlaganfall erkrankten oder starben in der Hormonersatztherapie-Gruppe 16 und in der unbehandelten Gruppe 33.

Die Frauen wurden weitere sechs Jahre beobachtet. Während dieses Zeitraumes starben in der Unbehandelten-Gruppe 53 Frauen, davon 13 an Herzinfarkt oder Thrombose. Bei der mit Hormonen behandelten Gruppe waren es 33, davon sechs an Herzinfarkt oder Thrombose.

Die wirkliche Überraschung bringen aber die Zahlen der Krebserkrankungen. Denn zwischen den beiden Gruppen gab es kaum Unterschiede: Während in der Hormonersatztherapie-Gruppe 36 an Krebs erkrankten oder starben, waren es in der Kontrollgruppe 39. Und an Brustkrebs, in der WHI-Studie einer der Hauptgründe für den Abbruch der Hormongabe, erkrankten oder starben in der Gruppe der mit Hormonen behandelten Frauen 10, in der der unbehandelten 17.

Warum die beiden Studien zu so unterschiedlichen Ergebnissen kommen, versuchen die dänischen Wissenschaftler mit den Unterschieden zu erklären. In der dänischen Studie wurden jüngere Frauen (durchschnittliches Alter 50 Jahre) untersucht, bei denen die Menopause erst kürzlich (vor weniger als einem Jahr) eingesetzt hatte. In der WHI-Studie waren die Frauen im Durchschnitt 64 Jahre alt und der Beginn der Menopause lag 10 Jahre zurück. Damit dürfte die Behandlungsdauer in der WHI-Studie weit länger gewesen sein. Die Wissenschaftler ziehen aus den Ergebnissen den Schluss, dass eine Hormonersatztherapie, wenn sie denn genutzt werden soll, möglichst früh nach dem Eintritt der Menopause erfolgen sollte.

Berliner Ärzteblatt 12.10.2012/ Quelle: BMJ 2012;345:e6409

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