Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Es gibt bei der Einnahme der Pille "ein minimales Risiko" für Schlaganfall und Herzinfarkt, das ist aber deutlich geringer als das Risiko einer venösen Thrombose (Foto: Schering Wien GmbH)
Es gibt bei der Einnahme der Pille "ein minimales Risiko" für Schlaganfall und Herzinfarkt, das ist aber deutlich geringer als das Risiko einer venösen Thrombose (Foto: Schering Wien GmbH)
Sorgt die Pille für Schlaganfall und Herzinfarkt?

Richtig ist: Weibliche Geschlechtshormone in Antibabypille, Verhütungspflaster oder Vaginalring können die Blutgerinnung beeinflussen. Das kann - allerdings nur in seltenen Fällen – zu Blutgerinnseln führen. Die Folge können tiefe Beinvenenthrombosen, Lungenembolien, Herzinfarkt oder Schlaganfall sein. Die Gefahr für die einzelne Frau bewerten zwei medizinische Fachgesellschaften aber als "sehr gering". Das lasse sich durch Vorsichtsmaßnahmen zusätzlich vermindern.
 
„Das Thrombose-Risiko für tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien von hormonellen Verhütungsmitteln ist seit Langem bekannt“, weiß Professor Dr. med. Matthias Endres, Direktor der Klinik für Neurologie an der Berliner Charité. „Das ist ein Grund, warum die Antibabypille auch 50 Jahre nach ihrer Einführung weiterhin verschreibungspflichtig ist.“ Bevor Frauenärzte ein Rezept ausstellen, müssen sie das individuelle Risiko ihrer Patientin sorgfältig abschätzen. „Eine bekannte Thrombose-Neigung oder starkes Übergewicht sind oft ein Grund, auf andere wirksame Verhütungsmethoden zu wechseln“, sagt Endres.
 
Das Thrombose-Risiko in den Venen ist gut untersucht: Im schlimmsten Fall kann es zu einer Lungenembolie führen. Zum Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko gab bislang kaum zuverlässige Zahlen. Eine dänische Studie hat nun das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt über einen Zeitraum von 15 Jahren bei insgesamt mehr als 1,6 Millionen Frauen untersucht. „Die Untersuchung belegt, dass ein minimales Risiko vorhanden ist“, stellt Endres fest. „Es ist aber deutlich geringer als das Risiko einer venösen Thrombose.“
 
Nach den Berechnungen der dänischen Forscher komme es im Durchschnitt pro Jahr bei 6,8 von 10.000 Frauen, die eine der heute üblichen Methoden hormoneller Empfängnisverhütung anwenden, zu einer venösen Thrombose. Und zwei Frauen von 10.000 erleiden pro Jahr einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, wobei das Risiko je nach Art und Dosis der Hormone variieren kann. „Bei der Antibabypille spielt die Dosis der Östrogene und die Wahl des Gestagens eine Rolle“, erklärt Professor Dr. med. Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum in Essen, den Zusammenhang. Auch Verhütungspflaster oder Vaginalring waren in der Studie mit einem minimal erhöhten Risiko behaftet. Für die Spirale – in der Variante, die Hormone freisetzt – ergab sich dagegen kein erhöhtes Risiko.

wanc 23.07.2012/ Quelle: Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)

 
Seite versenden  
Seite drucken