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Heilkräfte der Natur: Vor der Verwendung sollte man genau wissen, welche Krankheit man hat (Foto: DAK/Hanuschke+Schneider)
Naturheilverfahren: Nicht ohne Nebenwirkungen

Naturheilverfahren sind so alt wie die Medizin. Doch sich selbst mit pflanzlichen Wirkstoffen zu behandeln, birgt nach Ansicht von Ärzten Gefahren. Denn auch die natürliche Heilmethoden können unerwünschte Nebenwirkungen haben.

"Jedem sollte dabei klar sein, dass man auch bei pflanzlichen Arzneistoffen nicht allein mit therapeutischen Wirkungen, sondern auch mit unerwünschten Nebenwirkungen rechnen muss", warnte Prof. Dr. Ernst-Gerhard Loch, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Senats für ärztliche Fortbildung der Bundesärztekammer. Deshalb müsse auch vor einer therapeutischen Entscheidung mit naturgemäßen Methoden eine exakte Diagnostik nach den Grundregeln der medizinischen Wissenschaft erfolgen, forderte Loch.

Zu den klassischen Naturheilverfahren zählt auch die Lehre von der Ernährung (Diätetik). Gerade ihr kommt zum Beginn des 21. Jahrhunderts eine besondere Bedeutung zu. "Der Einfluss der Ernährung auf Entstehung, Verhütung und Behandlung der modernen Zivilisationsseuchen Arteriosklerose und Diabetes mellitus kann kaum überschätzt werden", erkläte Prof. Dr. Karl Huth von der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Ärzte müssten sich daher vermehrt der Ernährungsberatung widmen.

Die Ärzte stellen aber immer wieder fest, dass die Motivation der Patienten für bestimmte Änderungen im Lebensstil und Ernährungsverhalten unzulänglich sei. Insbesondere Überernährung und Fettsucht hätten in jüngster Zeit zugenommen, sodass man heute von einer weltweiten Epidemie sprechen könne. "Laut Weltgesundheitsbericht von 2002 sind eine Milliarde Erwachsene übergewichtig, davon 300 Millionen adipös", sagte Huth.

In südeuropäischen Ländern seien bis zu 30 Prozent der Kinder übergewichtig oder adipös, in Deutschland ca. 20 Prozent. Typische Folgen seien Diabetes mellitus Typ II, Hypertonie oder in späteren Jahren Adipositas-abhängige Krebsarten wie Darm- oder Prostatakrebs.

Wenn heute mit der Regel 'Fünfmal am Tag Obst und Gemüse' zu mehr Kohlenhydraten in der Kost geraten werde, dann sei damit auch ein höherer Ballaststoffverzehr gemeint. Aus der Analyse aktueller Studien könne man schließen, dass eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen das Darmkrebsrisiko senken könne. "Statt den heute bei uns üblichen 20 Gramm sollten täglich mehr als 30 Gramm Ballaststoffe pro 1000 kcal genossen werden", empfahl Huth.

WANC 13.01.06

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