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Cholesterin: Erhöhte Blutfettwerte können für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sein
Ein Vitamin, das Blutfette senken kann

Wissenschaftlern der Universität Heidelberg haben einen Eiweißstoff identifiziert, der große Bedeutung für die Behandlung von Störungen des Fettstoffwechsels hat. Dabei handelt sich um das Rezeptormolekül für Nikotinsäure.

Die Bedeutung dieser Erkenntnis: Nikotinsäure selbst ist zwar durchaus wirksam und wird seit nahezu 50 Jahren als Fettsenker eingesetzt. Die Substanz muss allerdings in sehr hohen Dosen verabreicht werden und führt daher häufig zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Juckreiz, Hautrötung, Sodbrennen, und zum Teil sogar zu Leberschäden. Mit dem Ergebnis der Forschungsarbeit kündigt sich ein therapeutischer Fortschritt mit geringeren Nebenwirkungen an: Nikotinsäure lässt das "gute" Blutfett HDL-Cholesterin wesentlich stärker ansteigen, als Statine dies tun.

Störungen der Blutfette gehören zu den wesentlichen Risikofaktoren für arteriosklerotische Erkrankungen von Herz und Kreislauf - und damit für Herzinfarkt und Schlaganfall. Als vorbeugende Therapie werden lipidsenkende Medikamente verordnet, meistens "Statine" und "Fibrate", die an unterschiedlichen Stellen in den Fettstoffwechsel eingreifen. Aber auch die Nikotinsäure, ein Mitglied der Vitamin-B-Familie, wird seit langem eingesetzt. Nikotinsäure ist in kleinen Mengen in der Nahrung vorhanden. Sie greift unmittelbar an den Fettzellen an und bewirkt, dass weniger Triglyceride gespalten und als freie Fettsäuren in das Blut abgegeben werden.

Einem Forscherteam um Prof. Dr. Stefan Offermanns, Direktor des Instituts für Pharmakologie der Universität Heidelberg, sowie Wissenschaftlern der Universitäten München und Düsseldorf ist es gelungen, diesen Rezeptor dingfest zu machen, der den fettspaltenden Effekt der Nikotinsäure vermittelt. In Zellkulturen stellten sie fest, dass Nikotinsäure ihre Wirkung nur auf Zellen ausübt, die den Nikotinsäurerezeptor (HM-74) auf ihrer Oberfläche tragen.

WANC 03.03

Tunaru, S., Kero, J., Schaub, A., Wufka, C., Blaukat, A., Pfeffer, K. & Offermanns, S. (2003) PUMA-G/HM74 is a receptor for nicotinic acid and mediates its antilipolytic effect.

 
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