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Heilende Nadeln: Akupunktur hilt nachweislich bei Kreuz- und Knieschmerzen

Mit Akupunktur lassen sich Kreuzschmerzen besser behandeln als mit der medikamentösen Standardtherapie. Eine große Studie beweist den heilenden und effektiveren Einsatz der Nadeln auch bei Knieschmerzen.

Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben anhand von Kreuz- und Knieschmerz-Patienten festgestellt, dass Akupunktur besser gegen chronischen Schmerzen wirkt als die konservative Standardtherapie. Das sind die ersten Ergebnisse der weltweit größten Studien zur Wirksamkeit der Akupunktur, gerac (German Acupuncture Trials). Sowohl die nach den Regeln der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als auch die sogennante Sham-Akupunktur, bei der an Nicht-Akupunkturpunkten gestochen wird, wirken nach den Untersuchungen, die vom Studienleiter Hans-Joachim Trampisch von der Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie koordiniert werden.

Je über 1.000 Patienten mit länger als sechs Monate dauernden Kreuz- bzw. Knieschmerzen nahmen an den beiden kontrollierten Studien teil. Dabei wurden drei verschiedene Methoden angewendet: TCM-, Sham-Akupunktur oder Standardtherapie. Die Teilnehmer der Akupunktur-Gruppen erhielten zehn bis 15 Behandlungen binnen sechs bzw. zwölf Wochen. Falls notwendig, waren Schmerzmittel bis zu einem vorher definierten Höchstmaß erlaubt. Nicht erlaubt waren Zusatztherapien wie Spritzen oder bei Kreuzschmerzen Krankengymnastik.

In die Kreuzschmerz-Teilstudie wurden mit der Akupunktur nach TCM-Regeln bei 71,1 Prozent der Patienten Schmerzlinderungen und/oder Funktionsverbesserungen verzeichnet. Die Sham-Akupunktur war in 67,7 Prozent der Fälle erfolgreich, die Standardtherapie jedoch nur in 57,6 Prozent. Durch Einberechnen von nicht erlaubten Zusatztherapien wie Krankengymnastik oder Spritzen, die durch Telefoninterviews erfasst wurden, sanken die Erfolgsraten auf 47,6 Prozent für die Akupunktur nach TCM-Regeln, 44,2 Prozent für die Sham-Akupunktur und nur 27,4 Prozent für die Standardtherapie.

"Der über sechs Monate nachweisbare Effekt von Akupunktur führte zu einem geringeren Verbrauch an Medikamenten und weiteren Therapieformen im Nachuntersuchungszeitraum als unter Standardtherapie", so gerac-Teilstudienleiter Michael Haake von der Orthopädische Klinik der Universität Regensburg.

Ähnlich sehen die Ergebnisse drei Monate nach dem Behandlungsende für die Teilstudie Kniegelenksverschleiß aus. Dort erzielte die TCM-Akupunktur eine Erfolgsrate von 51 Prozent, die Sham-Akupunktur 48 Prozent und die mit der konventionellen Standardtherapie nur 28 Prozent. Auffallend ist, dass es auch hier keine signifikanten Unterschiede zwischen den Effekten der TCM- und der Sham-Akupunktur gibt, berichten die Forscher. Die Auswahl der Akupunkturpunkte sowie die spezifische Stichtechnik scheint somit keinen wesentlichen Einfluss auf den Therapieeffekt zu haben.

Die Studie sollte auch als Grundlage für die Beratungen zur Aufnahme in den Leistungskatalog der Krankenkassen dienen. In Deutschland führen etwa rund 17 Prozent aller niedergelassenen Mediziner Akupunktur bei verschiedenen Erkrankungen durch. "Die vergleichbar hohe Wirksamkeit der TCM- und der Sham-Akupunktur wirft jedoch weitere Fragen auf, ohne dass der beobachtete Effekt aus den vorhandenen Ergebnissen erklärt werden kann", meint Teilstudienleiter Hanns-Peter Scharf von der Orthopädischenn Klinik der Universität Heidelberg. Weitere Studien wären hierzu notwendig, meint der Experte.

WANC 22.10.04

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