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Akupunktur kann wirklich helfen, chronische Schmerzen zu lindern (Foto: DAK/Wigger)
Akupunktur kann wirklich helfen, chronische Schmerzen zu lindern (Foto: DAK/Wigger)
Chronischer Schmerz: Akupunktur hilft

Ist das alles Einbildung? Oder können die chinesischen Nadeln tatsächlich Schmerzen lindern? Eines scheint sicher: Akupunktur kann wirklich helfen, chronische Schmerzen zu lindern. Und noch eines: Die Akupunktur kann mehr, als man vermutet und sie ist wirksamer als eine Standardschmerztherapie mit Medikamenten.

Prof. Klaus Linde vom Institut für Allgemeinmedizin am Klinikum rechts der Isar der TU München und Kollegen haben die Daten von 17.922 Patienten ausgewertet. Verglichen wurden die Behandlungsergebnisse von Patienten, die eine Akupunktur oder eine sogenannte Scheinakupunktur - dabei werden die Nadeln an anderen Punkte gesetzt, wo sie eigentlich laut der chinesischen Lehre hingehören - oder eine andere Therapie erhalten hatten. Dabei schnitt die Akupunktur bedeutend besser ab als die Kontrollgruppen.

Angewendet wurde Akupunktur bei vier chronischen Schmerzquellen: Rücken- und Nackenschmerzen, Osteoarthritis (besondere Form der Arthrose - Gelenkverschleiß oder Gelenkschaden, bei dem die Entzündung vom Knochen auf auf das Gelenk übergreift), chronische Kopfschmerzen und Schulterschmerzen. Gegenüber der Scheinakupunktur verminderte die "richtige" Akupunktur die Schmerzen bei den vier Krankheiten um zwischen um zwischen 15 und 23% besser. Gegenüber der Standardschmerztherapie verminderten sich die Schmerzen in den vier Krankheitsbildern um zwischen 42 und 55%.

Für Linde bedeutet das zum einen, dass die Gesamteffekte einer Akupunkturbehandlung klinisch relevant sind. Das heißt so viel, dass die Schmerzen tatsächlich merklich vermindert werden. Zum anderen findet die Studie aber auch eine Antwort auf die viel diskutierte Frage, ob die richtige Wahl der Punkte überhaupt eine Rolle spielt. Linde: "Unsere Analyse zeigt nun, dass die Punktwahl ebenfalls eine Rolle spielt." 

Berliner Ärzteblatt 11.09.2012/ Quelle: Archives of Internal Medicine: doi: 10/1001/archinternmed.2012.3654

Weitere Informationen:
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