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Myrrhe wurde im alten Ägypten vor rund 3000 Jahren zur Einbalsamierung verwendet (Foto: Iris Kämmle/ pixelio.de)
Myrrhe wurde im alten Ägypten vor rund 3000 Jahren zur Einbalsamierung verwendet (Foto: Iris Kämmle/ pixelio.de)
Pflanzen gegen Darmkrämpfe: Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle

Wenn es dem Darm nicht gut geht, dann leiden viele Menschen ganz besonders. Denn Darmentzündungen machen sich häufig durch Krämpfe, Schmerzen und Durchfall bemerkbar. Besonders schlimm ist es, wenn diese Erkrankungen chronisch werden: dann nennen Ärzte sie Morbus Crohn (Entzündung des gesamten Verdauungstraktes, insbesondere im Übergang von Dünn- zu Dickdarm) oder Colitis ulcerosa (betrifft die Darmschleimhaut im Enddarm). Gegen Darmkrämpfe können die Pflanzen Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle helfen.

Professor Martin Storr, Arzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am Zentrum für Endoskopie, Starnberg, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München hat  Zellversuche unternommen. Dabei konnte er zeigen, dass die drei Arzneipflanzen die Darmmuskulatur entspannen und im Darm zu einer Entkrampfung führen. 

Dass es gerade diese drei Pflanzen sind, kann kaum überraschen. In der Naturmedizin wird Myrrhe seit jeher gegen Entzündungen eingesetzt. Weil sie darüber hinaus auch krampflösend wirkt, dient sie als pflanzliche Therapie bei Patienten mit einem Reizdarm. Kamille ist ein der beliebtesten Heilpflanzen in Europa. Ihr werden antientzündliche, krampflösende und antibakterielle Wirkungen nachgesagt, was sie laut Heilkräuterlexikon für die Behandlung von Verdauungsbeschwerden, Bauchschmerzen und entzündetem Magen-Darm-Trakt prädestiniert. Kaffeekohle wird durch Verkohlen der grünen, getrockneten Kaffeebohnen gewonnen. Es dient der Therapie von Durchfall und Reizdarm. 

Diese Wirkungen wurden in den letzten Jahren auch wissenschaftlich nachgewiesen. Neben der oben erwähnten Studie haben z.B. die Charité Berlinund der Universität Leipzig nachgewiesen, dass die Arzneipflanzen die entzündete Darmbarriere stabilisieren und Darmkrämpfe lindern können. Starr betont, dass er bei seinen Untersuchungen fest gestellt hat, "dass alle drei Arzneipflanzen über vergleichbare Mechanismen auf das Nervensystem und die Muskulatur im Darm wirken und zu einer entspannenden und entkrampfenden Wirkung führen“. Allerdings zeigte die Myrrhe den stärksten Effekt, Kamille und Kaffeekohle waren etwas schwächer wirksam. 

Ein von den Kliniken Essen-Mitte durchgeführter Vergleich hat sogar ergeben, dass die drei Pflanzen  bei Colitis ulcerosa zur Erhaltung der schubfreien Phase (beschwerdefreie Zeit, Remission) vergleichbar wirksam sind wie das sonst meist verschriebene Präparat Mesalazin. Das verwendete Phytotherapeutikum aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle zeigte nach Ansicht der Wissenschaftler ebenfalls vergleichbare Rückfallquoten: bei Mesalazin waren es 45%, bei der pflanzlichen Therapie 53%. 

Wie chronische Darmerkrankungen entstehen, ist übrigens längst noch nicht vollständig geklärt. Eine Untersuchung am Universitätskrankenhaus von Paris liefert zumindest eine Erklärung. Bei der Beobachtung von rund 67000 Frauen stellte sich nämlich heraus, dass diejenigen, deren Ernährung den höchsten Anteil tierischen Eiweißes beinhaltete, etwa dreimal so häufig eine chronisch-entzündlichen Darmerkrankung entwickelten wie Frauen, die nur wenig tierische Poteine verzehrten. Dazu zählte im übrigen neben Fleisch auch Fisch. Bei der Verstoffwechselung der Proteine sollen Stoffe wie Ammoniak und Schwefelwasserstoff entstehen, die den gesamten Darm schädigen und die natürliche Balance der Darmbakterien durcheinander bringen.

05.11.2015/ Quelle: 43. Jahrestagung Gesellschaft für Gastroenterologie in Bayern, Aliment Pharmacol Ther. 

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