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Die Rinde von Phyllanthus engleri enth?lt Englerin-A. Die Substanz l?sst Nierenkrebszellen absterben. (Foto: © Bart Wursten /www.zimbabweflora.co.zw)
Die Rinde von Phyllanthus engleri enth?lt Englerin-A. Die Substanz l?sst Nierenkrebszellen absterben. (Foto: © Bart Wursten /www.zimbabweflora.co.zw)
Wunder der Natur: Stoff aus dem Phyllanthus-Strauch besiegt Krebs

Der Strauch oder auch kleine Baum Phyllanthus zählt in seiner Heimat Afrika zu den Heilpflanzen. So soll er gegen Husten und Bauchschmerzen, aber auch verschiedene Infektionen helfen. Jetzt haben Wissenschaftler entdeckt, dass sich in Phyllanthus eine Substanz befindet, die Krebszellen abtöten kann. Diese Substanz nennt sich Englerin-A und wird aus der Rinde des Baumes gewonnen. Diese hat die Eigenschaft, die Kalziumkonzentration in Krebszellen so stark zu erhöhen, dass diese  daraufhin sterben. Besonders wirksam zeigt sich Englerin-A gegen Nierenkrebszellen, aber auch einige andere Krebsformen. Das Tolle ist, dass sich die Substanz nur gegen Krebszellen jedoch nicht gegen gesunde Zellen wendet.

Wie Englerin-A die Krebszellen tötet, ist bisher unbekannt. Man weiß nur, dass sich die Substanz über die Kalziumkanäle in die Zellmembran von Nierenzellen, die sogenannten TRPCs (transient receptor potential channels), einschleicht. Slava Ziegler vom Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie erklärt, dass verschiedene Nierenkrebszellen unterschiedliche Mengen dieser Kanäle bilden. Krebszellen, die viele Kanäle produzieren, reagieren besonders empfindlich auf Englerin-A. Zellen, die keine oder eine normale Kanalbildung aufweisen, sterben nicht.

Seit 2009 wurden mehr als 30 Substanzen aus dem  Phyllanthus gewonnen. Englerin-A konnte inzwischen auch synthetisch hergestellt werden. Als Ausgangsstoff dazu diente ein Inhaltsstoff des Öls der Katzenminze (Nepeta cataria): das Nepetalacton. Diese Substanz ist ein nachwachsender Rohstoff aus einer Pflanze, die leichter verfügbar ist als Phyllantus, freuen sich die Wissenschaftler.

Phyllanthus gilt in seiner Heimat im südlichen Afrika schon lange als Heilpflanze. Er wächst vor allem in den trockenen Savannengebieten in Tansania, Sambia, Malawi, Zimbabwe, Mosambik und Südafrika. In Tansania beispielsweise dienen die Wurzeln der Pflanze als Mittel gegen Epilepsie, das Kauen der Blätter und Früchte soll gegen Husten und Bauchschmerzen helfen. Ein Sud aus Wurzeln soll sogar gegen die Infektionskrankheiten Bilharziose und Gonorrhoe wirksam sein. Gleichzeitig enthält die Pflanze starke Giftstoffe, die zu tödlichen Vergiftungen führen können.

Bis der Stoff aus der Natur allerdings als Medikament vorliegt, werden noch einige Jahre vergehen. Denn noch muss genau geklärt werden, ob Englerin-A als Krebsmedikament tatsächlich geeignet ist.

Berliner Ärzteblatt 19.03.2015/ Quelle: Angewandte Chemie

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