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Yoga kann anscheinend die Häufigkeit von Vorhofflimmer-Episoden senken (Foto: PhotoDisc)
Yoga hilft dem Herzen

Menschen, die unter Störungen des Herzrhythmus leiden, scheinen Yogaübungen zu helfen. Die Zahl der Störungen verringerte sich. Außerdem verbesserte sich das Befinden der Betroffenen.

Zwei Mal pro Woche eine Stunde Yoga kann offenbar die Zahl von Vorhofflimmer-Episoden halbieren. 49 Studienteilnehmer mit vorübergehendem („paroxysmalem“) Vorhofflimmern
(eine Herzrhythmusstörung) wurden während der ersten drei Monate der Studie aufgefordert, zunächst etwas häufiger körperlichen Aktivitäten nachzugehen, die ihnen vertraut waren und Freude bereiteten. In den verbleibenden drei Monaten nahmen die Probanden zweimal pro Woche jeweils eine Stunde an einem Programm mit Atem-, Yoga- und Entspannungsübungen und Meditation teil, zusätzlich sollten sie diese Übungen auch zuhause mit einer Schulungs-DVD
jeden Tag durchzuführen. In der Periode, in der die Probanden Yoga-Übungen praktizierten, verringerte sich die Episoden von Vorhofflimmern von 3,8 auf 2,1.

Die Anzahl „gefühlter Episoden“, bei denen ein Herzstolpern empfunden wurde, ohne dass sich im EKG Veränderungen zeigten, reduzierte sich von 2,6 auf 1,4. Überhaupt keine Rhythmusstörungen hatten 22 Prozent der Studienteilnehmer. Außerdem verbesserte sich die Lebensqualität der Patienten signifikant bezüglich Angst und Depression. „Es sieht so aus, dass Yoga die Trigger abschwächen, die Vorhofflimmern verursachen“, so der Studienleiter Dr. Dhanunjaya Lakkireddy, Kardiologe in Kansas City (USA).

Warum das aber so ist, das wissen die Mediziner bisher noch nicht. Eine mögliche Erklärung: Eventuell verringert Yoga auch systemische Entzündungsreaktionen und Funktionsstörungen der Gefäß-Innenwände („endoteliale Dysfunktion“). Es wirkt sich außerdem positiv auf Blutdruck, Cholesterinspiegel und generellen Stress aus. Lakkireddy: „Wir empfehlen unseren Patienten selbstverständlich, ihre Medikamente weiter einzunehmen. Wir konnten jedoch einige beeindruckende Ergebnisse zeigen.“

Dass Yoga Therapie sein kann, haben Wissenschaftler schon bei anderen Krankheiten nachgewiesen. Mediziner von der Oregon Health & Science University linden mit Yoga die Beschwerden einer Fibromyalgie (Fibromyalgie verursacht Schmerzen in Muskulatur und Gelenken, die durch den gesamten Körper wandern) zu lindern. Sie nennen ihre Behandlungsmethode „Yoga of Awareness“. Eine Übungssitzung besteht aus 40 Minuten Streckübungen, 25 Minuten Meditation, 10 Minuten Atemübungen, 20 Minuten Erläuterungen zu Yoga und abschließend 25 Minuten gemeinsame Diskussion. Ein Programm dauert acht Wochen.

Dr. James und Kimberly Carson, die die Therapie entwickelt haben, können den Erfolg belegen. Den Teilnehmerinnen der Yoga-Therapie ging es nach den zwei Monaten besser: Sie berichteten über 24 Prozent weniger Schmerz, über 30 Prozent weniger Abgeschlagenheit (Fatigue) und über 42 Prozent weniger depressive Verstimmungen als die mit einer Standardtherapie behandelte Vergleichsgruppe.

02.05.2011/ Quelle: Cardio News , 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)

 
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