Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Depressionen schädigen das Herz (Foto: Barmer GEK)
Eine kranke Psyche kann das Herz krank machen (Foto: Barmer GEK)
Wenn die Seele das Herz krank macht

Ja, auch die Psyche kann das Herz belasten. So haben Studien ergeben, dass bereits depressive Symptome das Risiko steigern, an einer koronaren Herzkrankheit (KHK) zu erkranken. Falls eine KHK besteht, verschlechtern sie die Aussichten der Behandlung. Die Depression gilt deshalb inzwischen als unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung einer KHK.
 
Ärger, Konkurrenzdenken, Termindruck und Feindseligkeit sind Auslöser  kardiovaskulärer Erkrankungen. Stress-Experimente, in denen Menschen mit  stressauslösenden Situationen konfrontiert werden, zeigen, dass es Persönlichkeitstypen gibt, die anfälliger für Herzerkrankungen sind. Ein Typ A-Verhalten ist mit einer höheren Herzrate und erhöhtem Blutdruck verbunden. Eine Typ-D-Persönlichkeit ist hingegen häufig unglücklich und nach innen gekehrt. Patienten mit dieser Persönlichkeitsdisposition haben die Neigung, verstärkt auf psychische Belastungen zu reagieren. „Je ausgeprägter Pessimismus, Reizbarkeit und Frust, je geringer Selbstvertrauen und Kontaktfreude, desto belastender für das Herz“, sagt Dr. med. Cora Weber, Oberärztin, Med. Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik, Charité Berlin. In Studien macht sich das mit einem 2,5 bis über 3,8-fachen Risiko für Herztod, Herzinfarkt oder Notwendigkeit einer chirurgischen Verbesserung der Durchblutung minderversorgter Gewebe bemerkbar.
 
Psychischer Stress erhöht das Risiko für eine KHK
Auch psychischer Stress lässt das Herz leiden: Dazu gehören Katastrophenerlebnisse, wie Erdbeben und Atomreaktorunfälle. Frauen belastet besonders der Verlust eines Kindes, Stress in Partnerschaft und Familie, Männer hingegen chronischer Stress am Arbeitsplatz. Dazu gehört das sogenannte Mobbing, das Erleben von Ungerechtigkeit und fehlende Unterstützung von Kollegen. Nicht zuletzt haben große Studien gezeigt, dass ein niedriger sozialer Status, angezeigt durch ein niedriges Bildungsniveau und geringes Einkommen, mit einem höheren kardiovaskulären Krankheits- und Sterberisiko einhergeht. „Eine erfolgreiche und ganzheitliche Prävention und Behandlung der KHK kann nur unter der Berücksichtigung psychosozialer Risikofaktoren erfolgen. Denn Achtsamkeit, soziale Bindung, aber auch die Förderung von Bildung und Integration können den Gesundheitszustand der Patienten verbessern“, erklärt Weber.
 
15.11.2011/ Quelle: Berufsverband der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Deutschlands (BPM)

 
Seite versenden  
Seite drucken