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Vor allem nächtliches Starten und Landen von Flugzeugen wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus (Foto: Fraport AG Fototeam Andreas Reinhardt)
Vor allem nächtliches Starten und Landen von Flugzeugen wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus (Foto: Fraport AG Fototeam Andreas Reinhardt)
Fluglärm treibt den Blutdruck in die Höhe

Ob Fluglärm der Gesundheit schadet oder nicht, das ist umstritten und wird von Flughafenbetreibern gerne bestritten. Doch Untersuchungen bestätigen, dass nächtlicher Lärm von Flugzeug, Bahn oder Auto den Schlaf stört und beträchtliche Auswirkungen auf den Blutdruck, die Herzfrequenz und das zentrale Nervensystem haben. Eine neue Studie unterstreicht, dass Menschen, die über einen längeren Zeitraum und insbesondere in der Nacht Fluglärm ertragen müssen, vermehrt unter hohem Blutdruck leiden. Auch die Gefahr für Herzflattern und Schlaganfall sind erhöht. 

Untersucht wurden die Einflüsse von Fluglärm und Straßenverkehrsgeräuschen bei 420 Bewohnern in der Nähe des Athener Internationalen Airports. Dort starten und landen täglich bis zu 600 Flugzeuge. Knapp 45% der Betroffenen mussten über 55 Dezibel (dB) Fluglärm am Tag (7 Uhr und 23 Uhr) ertragen, 27% über 45 dB in der Nacht (23 Uhr bis 7 Uhr). Bei 11% wurde ein Straßenlärm von über 55 dB gemessen. 

Zur Erklärung: 25 dB ist der Grenzwert für gewerblichen Arbeitslärm in der Nacht, 35dB die obere zulässige Grenze der Nachtgeräusche in Wohngebieten und 45 dB die obere zulässige Grenze der Tagesgeräusche in Wohngebieten. Ab 40 dB können bereits Schlafstörungen sowie Lern- und Konzentrationsmängel auftreten. Bei 60 dB wird die Stressgrenze erreicht, ab 65 dB beginnen Schädigungen des vegetativen Nervensystems und des erhöhten Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.  

Bei der Auswertung der Daten nach der zwölfjährigen Studienlaufzeit ergab sich eine enge Abhängigkeit zwischen Fluglärm und dem Auftreten von Bluthochdruck. Pro 10 dB mehr Fluglärm stieg die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Hypertonie um das 1,69- bis 2,63-Fache, die Gefahr war bei Nacht-Fluglärm deutlich höher als bei Tag-Fluglärm. Die Fälle von vom Arzt diagnostizierten Herzrhythmusstörungen erhöhten sich nur bei Nacht-Fluglärm und zwar ungefähr um das 2-fache und bei Schlaganfällen um das 1,3- bis 2-fache. Das Risiko für Hörprobleme stieg um 47% bis 97%, das für Gehörschädigungen um bis zu 251%.  

Zum Vergleich: Straßenverkehrslärm erhöht die Gefahr für Bluthochdruck im Durchschnitt bis zu 18%, für Herzrhythmusstörungen bis maximal 26%, für Schlaganfall im Durchschnitt bis zu 33%, für Hörprobleme um bis zu 13% und für Gehörschädigungen im Durchschnitt so gut wie nicht, in Einzelfällen bis zu 33%.  

cs 12.6.2017/ Quelle:  Occup Environ Med

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