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Ist weniger vielleicht mehr? Wer weniger Alkohol trinkt, tut seinem Herzen eventuell mehr Gutes, als Alkohol zu trinken.  (Foto: Manfred Walker/ pixelio.de)
Ist weniger vielleicht mehr? Wer weniger Alkohol trinkt, tut seinem Herzen eventuell mehr Gutes, als Alkohol zu trinken. (Foto: Manfred Walker/ pixelio.de)
Alkohol: Auch wenig soll zu viel sein

Alkohol in geringen Mengen soll der Gesundheit nutzen. Vor allem soll er vor Herz-Kreislauf-Erkankungen schützen.  Diese Meinung wird von einigen Studien durchaus gestützt. Doch es gibt auch Studien, die diese Überzeugung nicht bestätigen. Demnach sollen schon geringe Mengen Alkohol schädlich sein. Eine völlig neue Untersuchung kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass auch moderater Alkoholgenuss weder Herz noch Kreislauf nützt und vollkommener Verzicht der Gesundheit mehr Vorteile bietet.

Untersucht wurden über 260.000 Menschen, 48% davon waren Frauen, das Durchschnittsalter lag bei 58 Jahren. Etwa 7% der Studienteilnehmer waren Träger eines bestimmten Gens bzw. einer bestimmten Genvariante, des sogenannten Alkohol­dehydrogenase-Gens - ADH1B, das als rs1229984 bezeichnet wird. Diese Menschen vertragen weniger Alkohol, trinken deshalb in der Regel auch weniger oder gar keinen Alkohol. Das Gen trägt dazu bei, dass sich die Alkoholkonzentration im Blut schneller abbaut. Unterschieden wurde der Alkoholkonsum in leichten - von 0 bis 70 ml Alkohol pro Woche, in mittleren - von 70 - 210 ml Alkohol pro Woche und in schweren - mehr als 210 ml pro Woche).

Beim Vergleich der Personen mit und ohne Genvariante stellte sich heraus, dass die Genträger etwa 17,2% weniger Alkohol in der Woche konsumierten und der Anteil der starken Trinker um 30% niedriger lag. Der Anteil der Abstinenzler war um 27% höher. Der systolische Blutdruck, das Cholesterin, das Gewicht und auch andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen lag bei den Genträgern lag im Durchschnitt unter dem der Nicht-Genträger. Bei den Triglyceriden waren die Werte der Genträger allerdings schlechter.

Und wie anfällig waren Genträger und Nicht-Genträger für bestimmte Erkrankungen? Grundsätzlich traten bei den Genträgern weniger Herz-Kreislauf-Vorfälle auf. Das zeigte sich vor allem  beim Vergleich der Genträger mit den alkoholtrinkenden Nicht-Genträgern. Bei den Abstinenzlern beider Gruppen war überhaupt kein Unterschied erkennbar.

Aus diesen Ergebnissen schließen die Wissenschaftler, dass ein verminderter Alkoholkonsum - auch bei Menschen, die Alkohol in geringen oder moderaten Mengen genießen - der Gesundheit von Herz und Kreislauf Vorteile bringt. Die Einschätzung begründen sie auch damit, dass das Vorliegen der genetischen Variante ansonsten keinen Einfluss auf die Lebensgewohnheiten (z.B. Rauchen, Bewegung, Ernährung) habe und die Verminderungen des Herz-Kreislauf-Risiko deshalb allein dem reduzierten Alkoholkonsum zuzurechnen sei.

Was die Studie allerdings nicht klärt, ist die Frage, inwieweit Träger der Genvarianten möglicherweise grundsätzlich ein vermindertes Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt haben. Außerdem bleibt offen, in wie weit Unterschiede verschiedener Menschengruppen - die Studie beinhaltet mehrere europäische Staaten - die Ergebnisse beeinflusst. Die Wissenschaftler halten das zwar für ziemlich unwahrscheinlich, können es aber nicht vollkommen ausschließen.

Anmerkung der Redaktion: Die Frage, ob Alkohol nun gesundheitsschädlich oder gesundheitsfördernd ist, erhält eine weitere Antwort. Es ist zu erwarten, dass es in Zukunft Studien geben wird, die wieder sowohl die eine wie die andere Meinung bestätigten. Letztlich läuft es wohl darauf hinaus: Eine generelle Antwort wird nicht zu finden sein. Vieles hängt vom tatsächlichen Umfang des Alkoholkonsums, möglicherweise von der Art des Alkohols, der Dauer des Konsums und den individuellen Begleitumständen ab - also, ob jemand ständig unter Stress lebt, das gesamte Lebensumfeld, besondere familiäre Risikoprägungen usw.

Berliner Ärzteblatt 15.07.2014/ Quelle: BMJ 2014

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