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Ob es einen herzschützenden Effekt von Alkohol gibt, ist umstritten (Foto: Jörg Brinckheger / pixelio.de)
Ob es einen herzschützenden Effekt von Alkohol gibt, ist umstritten (Foto: Jörg Brinckheger / pixelio.de)
Alkohol: Ob es positive Effekte für Herz und Kreislauf gibt, bleibt umstritten

Moderater Alkoholgenuss nach dem Motto „regelmäßig aber mäßig“ ist gut für Herz und Kreislauf, behaupten die einen. Die anderen sagen, dass selbst kleine Mengen von Alkohol sowohl dem Herzen wie dem Gehirn schaden. Wer recht hat? Das ist und bleibt sehr umstritten. Jetzt liegt die Auswertung von Daten über den Konsum von Alkohol vor, die ein differenziertes Bild für das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und Hirnblutungen zeigt.

Bisher lautete das Ergebnis der meisten Studien zum Thema Alkohol und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dass ein moderater Alkoholgenuss das Risiko derartiger Erkrankungen im Vergleich zum Nichttrinken oder sehr viel Trinken vermindert. Doch immer wieder wurden daran auch Zweifel geäußert und es gibt Studien, die belegen wollen, dass der Schutzeffekt von Alkohol gar nicht existiert. Jetzt wurden in China 512.715 Erwachsene im Durchschnittsalter von 52 Jahren etwa zehn Jahre beobachtet. Dabei wurde ihr Alkoholkonsum und das Entstehen von Herzinfarkt, Schlaganfall und Hirnblutungen aufgezeichnet.

Der Alkoholgebrauch wurde in aktuelle Trinker - trinken derzeit regelmäßig Alkohol, Nicht-Trinker - trinken derzeit und tranken auch im vergangenen Jahr keinen Alkohol, gelegentliche Trinker - Alkoholgenuss nur an wenigen Tagen des Jahres und Ex-Trinker - haben in der Vergangenheit regelmäßig Alkohol konsumiert, im vergangenen Jahr aber nicht oder nur sehr selten, unterteilt. Bei den aktuellen Trinkern erfaßte man folgende Gruppen: weniger als 140, zwischen 140 - 279, zwischen 280 - 419 und mehr als 420 Gramm Alkohol pro Woche.

Grundsätzlich bedeutete Alkohol eine Erhöhung des Blutdruckes. Bei einem durchschnittlichen Alkoholkonsum von 280 Gramm pro Woche erhöhte sich der systolische Blutdruck um 4,8 mmHg. Das Risiko für einen Schlaganfall erhöhte sich um 27% und für eine Hirnblutung um 58%. Selbst beim Vergleich geringen Alkoholkonsums (bis 25 Gramm Alkohol pro Woche verglichen mit um die 100 Gramm Alkohol pro Woche) zeigte den Anstieg des Erkrankungsrisiko für Schlaganfall und Hirnblutung.

Beim Herzinfarkt gestaltete sich das Ergebnis etwas anders. Bei 280 Gramm Alkohol in der Woche verminderte sich das Risiko für einen Herzinfarkt um 4%, für eine Herzerkrankung erhöhte es sich um 5%.

Warum das Ergebnis dieser Studie sich von denen der meisten anderen zum Thema Alkohol und Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterscheidet? Dafür gibt es ein paar Erklärungen. Zum einen tranken in dieser Studie die meisten Teilnehmer Spirituosen wie Branntwein, Schnaps u.ä. Damit ist nicht geklärt, welche Folgen z.B. Wein oder Bier haben. In Europa wird in den Studien über die herzschützende Funktion aber meist (Rot-)Wein eingesetzt. Und das zeigt sich, dass moderate Mengen Wein eher vor einem Herzinfarkt schützen.

Zum anderen wurde in dieser Untersuchung der Genotyp berücksichtig. Es gibt zwei - ALDH2-rs671 und ADH1B-rs1229984 - die auf die Verstoffwechselung des Alkohols Auswirkung haben. Wobei der Einfluß von ALDH2-rs671 stärker ist. Und diese Variante findet sich in chinesischen Männern häufiger als in europäischen Männern. Was das bedeutet? Möglicherweise ist der  protektive Effekt von Alkohol oftmals nicht auf den Alkohol selbst zurück zu führen, sondern über die genetische Veranlagung zu erklären.

11.4.2019 cs / Quelle: Lancet

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