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Ein wenig Alkohol kann das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall möglicherweise vermindern (Foto: ProjectPhotos)
Ein wenig Alkohol kann das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall möglicherweise vermindern (Foto: ProjectPhotos)
Alkohol und Schlaganfall: Die Menge macht's

Alkohol hat einen Einfluß auf unsere Gesundheit. Dabei ist jedem klar: Alkoholismus, als der übermäßige, dauerhafte Alkoholkonsum, macht unseren Körper kaputt und verkürzt das Leben. Strittig ist die Sache mit dem "moderaten" Alkoholkonsum. Dabei geht es weniger darum, die Menge zu bestimmen, die als moderat bezeichnet wird. Vielmehr gibt es unterschiedliche Studienergebnisse dazu, wie er wirkt. Während in manchen Untersuchungen, positive Effekte von ein wenig Alkohol beschrieben werden, gibt es andere, die jedes Alkoholtrinken als potentiell gefährlich einstufen. Nun kommt eine Studie, die den Einfluß von Alkohol auf das Schlaganfallrisiko bewertet. Und die unterstreicht die These, dass ein wenig Alkohol eher nützt als schadet.

Wie viel Alkohol ist es denn, den man trinken darf, ohne dass er schadet? Für Frauen wurde die Menge auf 13 Gramm reinen Alkohol täglich und bei Männern auf 25 Gramm reinen Alkohol täglich fest gesetzt. Wie viel das ausmacht? Ein Glas Bier (0,3 Liter) sind 13 Gramm, ein Glas Wein (0,2 Liter) 16 Gramm, ein Glas Sherry (0,1  Liter) 16 Gramm, ein Glas Likör (0,02 Liter) 5 Gramm und ein Glas Whisky (0,02 Liter) 7 Gramm Alkohol. Warum Frauen weniger als Männer trinken sollten? Ihr Körper enthält in der Regel weniger Wasser, das den Alkohol verdünnt und die Leber von Frauen baut Alkohol meist langsamer ab.

Wer es immer wieder übertreibt und viel mehr Alkohol trinkt, der fügt seiner Leber Schaden zu. Unter hohem Alkoholkonsum leiden außerdem das Gehirn, das Herz und die Bauchspeicheldrüse, das Risiko für Krebs, Depressionen und andere "psychische Verhaltensstörungen" (z.B. Agressionen) sowie Übergewicht und Bluthochdruck wird größer. Alkohol erhöht den Cholesterinwert, beschleunigt die Insulinsensivität - eine Vorstufe von Diabetes - und erhöht die Anfälligkeit für Entzündungen im Körper. Und letztlich bekommt auch die Potenz einen Dämpfer.

Dass ein wenig Alkohol aber insbesondere bei Schlaganfall durchaus positive Auswirkungen haben kann, haben jetzt Mediziner am schwedischen Karolinska Institut nachgewiesen. Sie haben die Daten von insgesamt 73.587 Erwachsenen in Schweden ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, das ein alkoholisches Getränk am Tag die Gefahr für einen ischämischen Schlaganfall oder Hirninfarkt durch Minderdurchblutung des Gehirns und damit eine Minderversorgung mit Sauerstoff und Glukose um 10% verminderte. Bei ein bis zwei Drinks war das Risiko immer noch um 8% vermindert. Bei zwei bis vier alkoholischen Getränken erhöhte sich das Schlaganfallrisiko schon um 8% und wer mehr als vier Drinks täglich konsumierte, dessen Risiko war sogar um 14% erhöht. 

Etwas anders sah das bei anderen Schlaganfallformen aus. Beim hämorrhagischen Schlaganfall (Gehirnblutung durch verletzte Gefäße) ließ sich weder für einen geringen noch moderaten Alkoholgenuß eine Auswirkung ermitteln. Bei mehr als vier Alkoholdrinks am Tag veränderte sich die Gefahr für einen hämorrhagischen Schlaganfall nicht wesentlich. Aber bei einer Unterform - dem Schlaganfall durch eineintrazerebrale Blutung (Blutung im Hirngewebe selbst) - erhöhte sich die Gefahr um 67%. Und bei einer anderen - der Subarachnoidalblutung (Schlaganfall durch Eintreten von Blut in den mit Hirnflüssigkeit gefüllten Gehirnraum um das Zentralnervensystem) stieg die Gefahr sogar um 82%.

29.11.2016/ Quelle: BMC Medicine

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