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Therapie gegen Bluthochdruck: Die andere Behandlung von Frauen und Männern

Frauen, die gegen Bluthochdruck behandelt werden, bekommen eine andere Therapie als Männer mit Bluthochdruck. Benachteiligt werden Frauen aber nicht nur in der Verschreibung von Medikamenten. Auch wenn es um das Erreichen von Therapiezielen geht, sind Frauen eher im Nachteil.

An der Universität von Göteborg wurden die Behandlungsdaten von 40.825 Bluthochdruck-Patienten und -Patientinnen in Schweden ausgewertet. Diagnose und Therapie war in der medizinischen Grundversorgung - also durch Allgemein-, Haus- oder praktischen Arzt - erfolgt. Im Vergleich erhielten Frauen viel öfter sogenannte Diuretika, das sind Medikamente, die die Flüssigkeitsausscheidung des Körpers fördern, verschrieben. Männer werden dagegen überwiegend mit ACE-Hemmern versorgt - Medikamenten, die ein bestimmte Eiweiß blockieren, das für die Verengung von Blutgefäßen sorgt und den Blutdruck so erhöht. Obwohl internationale Behandlungsleitlinien insbesondere bei Patienten/innen mit Diabetes den Einsatz von ACE-Hemmern empfehlen, werden Frauen selbst dann nicht diese Arzneimitteln verschrieben.

Die Therapieunterschiede zwischen Frau und Mann zeigen unterschiedliche Ergebnisse. So erreichen Frauen viel seltener das angestrebte Therapieziel von einem Blutdruck von unter 140/90 mm Hg. Außerdem bekommen Frauen im Vergleich zu Männern erst viel später, d.h. also erst wenn sie älter sind, überhaupt eine Therapie.

In der Studie stellte sich heraus, dass Frauen tendenziell weniger häufig von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen sind. Deshalb werde das Risiko oft unterschätzt, meinen die Wissenschaftler in der Studie. Ob diese Beobachtungen aber stimmen, ist fraglich. Denn schon seit einiger Zeit weiß man, dass Bluthochdruck und in der Folge Schlaganfälle und Herzinfarkte keine Männerkrankheiten sind. Das Verhältnis bei Bluthochdruck liegt in Deutschland bei jüngeren Erwachsenen bei 2 (Frauen) zu 3 (Männer). Ab einem Alter von 60 Jahren kehrt sich Verhältnis aber um und liegt bei 4 (Frauen) zu 3 (Männer).

Berliner Ärzteblatt 17.10.2014/ Quelle: University of Gothenburg, Sahlgrenska Academy

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