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Autoabgase verpesten die Luft mit Feinstaub, der der Gesundheit stark schadet (Foto: Gabi Eder/ pixelio.de)
Autoabgase verpesten die Luft mit Feinstaub, der der Gesundheit stark schadet (Foto: Gabi Eder/ pixelio.de)
Autoabgase fügen dem Herzen Schaden zu

Abgase von Autos und insbesondere von Dieselfahrzeugen enthalten Feinstaub. Der belastet die Umwelt und macht Menschen krank. Laut einer neuen Untersuchung schädigen Dieselabgase die Struktur und Funktion des Herzens.

Dr. Nay Aung, Kardiologe an der Queen Mary Universität in London, kennt die Gefahren von Autoabgasen: „Es gibt starke Beweise, dass Feinstaub, der hauptsächlich von Dieselfahrzeugen ausgestoßen wird, das Risiko für Herzinfarkt, Herzversagen und Tod erhöht. Diese negativen Folgen entstehen durch Entzündungen. Das Einatmen von Feinstaub ruft lokale Entzündungen der Lungen hervor, die sich zu einem Entzündungsgeschehen aufbauen, das den gesamten Körper in Mitleidenschaft zieht.“

Aung hat Daten von 4255 Teilnehmern, durchschnittlich 62 Jahre alt, 53% Frauen, aus der UK Biobank ausgewertet. Die Biobank speichert Gesundheitsdaten, Gewebeproben und Aufnahmen (Magnetresonanztomographie - MRT). Für die ausgesuchten Personen waren Bilder der Herzens vorhanden, die Herzgröße (med.: linksventrikuläres Volumen) und Pumpleistung (med.: linksventrikuläre Ejektions­fraktion) erkennen ließen. Kardiologen nutzen diese beiden Werte, um eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche, gekennzeichnet durch eine verminderte Pumpfuktion des Herzens) zu diagnostizieren.  

Die Belastung mit Feinstaub wurde anhand des Wohnortes des Betroffenen kalkuliert. Die durchschnittliche Belastung mit Feinstaub (PM2,5) betrug 10µm (Mikrometer = ein Millionstel Meter) pro Kubikmeter. Die als Feinstaub (PM2,5) bezeichnete Staubfraktion enthält 50% der Teilchen mit einem Durchmesser von 2,5µm, einen höheren Anteil kleinerer Teilchen und einen niedrigeren Anteil größerer Teilchen.

Mit einem Anstieg des Feinstaubes PM2,5 um jeweils 5 µg/m3 nahm die Herzgröße um 4% bis 8% zu und die Pumpleistung um etwa 2% ab. Erklärt Aung: „Je mehr jemand PM2,5 ausgesetzt ist, desto größer wird das Herz und um so schlechter wird seine Leistung. Beides führt zu mehr Herzerkrankungen und zu einer erhöhten Sterblichkeit.“ Hervorgerufen wird das durch Entzündungen im gesamten Körper, eine Verengung der Blutgefäße sowie einen erhöhten Blutdruck. Diese drei Faktoren steigern den Druck auf das Herz, das sich vergrößert, um mit der Belastung fertig zu werden. Die Vergrößerung der Herzkammern vermindert aber die Leistungsfähigkeit der Herzens.

Die Auswertung der Daten brachte eine Überraschung: Menschen mit Hochschulabschluß waren von den negativen Effekten der Feinstaubbelastung weniger betroffen. Warum das so ist? Aung versucht das damit zu erklären, dass gut gebildete Menschen möglicherweise einer hohen Belastung durch Schadstoffe besser ausweichen können, z.B. in dem sie einen Weg zur Arbeit finden, auf dem sie weniger Feinstaub ausgesetzt sind. Hinzukommen eine gesundheitsberußtere Lebensführung, Freizeitbeschäftigungen außerhalb stark belasteter Zonen und ein besserer Zugang zu Gesundheitsleistungen. 

cs 2.6.2017/ Quelle:  EuroCMR 2017

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