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In Maßen genossen erhöht Kaffee das Risiko für Herz und Kreislauf nicht (Foto: Stock photo)
In Maßen genossen erhöht Kaffee das Risiko für Herz und Kreislauf nicht (Foto: Stock photo)
Gefahr für Schlaganfall und Herzinfarkt: Keine Angst vor Kaffee

Dass Kaffee dem Herzen und dem Kreislauf schaden, das wird immer wieder kolportiert. Doch seit einiger Zeit gibt es immer wieder Studien, die genau das Gegenteil erzählen. Allerdings mit einer Einschränkung: Einen Schutz vor Schlaganfall und Herzinfarkt bringt Kaffee nur, wenn er "in Maßen" genossen wird. Was das heißt? Maximal fünf Tassen am Tag.

„Kaffee ist – in Maßen genossen – kein Risikofaktor für den Schlaganfall. Wir raten den Menschen, lieber auf den Blutdruck zu achten, sich zu bewegen und nicht zu rauchen.“ So beschreibt Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, die Ergebnisse einer neuen Untersuchung. Forscher der Universitäten von Harvard (USA) und Singapur haben festgestellt, dass Menschen, die nicht mehr als fünf Tassen Kaffee pro Tag trinken, seltener einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erleiden als diejenigen, die gar keinen Kaffee trinken.

Beobachtet wurden 1.279.804 Menschen, von denen 36.352 ein kardiovaskuläre Erkrankung und 12.030 einen Schlaganfall erlitten.  Die Schlaganfall-Rate lag bei den Vieltrinkern (5 Tassen pro Tag) um 5% niedriger als bei den Menschen, die gar keinen Kaffee tranken. In der Gruppe mit durchschnittlich 1,5 Tassen pro Tag sank die Zahl der Schlaganfälle um 11%. Und bei moderatem Kaffee-Konsum (durchschnittlich 3,5 Tassen) errechneten die Wissenschaftler mit einem Rückgang um 20% das geringste Schlaganfall-Risiko. Erstaunlich: Sogar Menschen, die bis zu 7 Tassen Kaffee tranken, erlitten im Durchschnitt weniger Schlaganfälle, Herzinfarkte und andere Herzleiden als diejenigen, die gar keinen Kaffee tranken. „Diese Studie erbrachte starke Beweise, dass der langfristige Konsum großer Mengen Kaffee nicht mit einem höheren Herz-Kreislauf-Risiko verbunden ist“, schreiben die Wissenschaftler um den Arzt Dr. Frank B. Hu.

Diener betont, dass zunehmender Kaffeeverbrauch dennoch Gefahren für Herzinfarkt und Schlaganfall bringen kann. Aber dann muss die genossene Menge schon sehr hoch sein. Laut Diener scheint ein erhöhetes Risiko als Nicht-Kaffee-Trinker erst ab ungefähr 9 bis 10 Tassen am Tag aufzutreten. Auch in der Schwangerschaft und bei schwer einstellbarem hohen Blutdruck sollte man sich beim Kaffeetrinken zurück halten.

Über den möglichen Schaden von Kaffee für das Herz streiten sich nicht nur Wissenschaftler schon seit vielen Jahren. In verschiedenen Untersuchungen störte Koffein kurzfristig den Herzrhythmus und erhöhte den Blutdruck. Auch der Vergleich des Kaffeekonsums Herzkranker mit Gesunden scheint ein erhöhtes Risiko zu bestätigen.

Warum der Effekt von Kaffee mittlerweile aber eher positiv als negativ eingeschätzt wird, kann mehrere Ursachen haben. Kaffee enthält mehrere Hundert verschiedener Substanzen, manche mit gesundheitsfördernden andere mit gesundheitsschädlichen Effekten. Und diese können je nach Menge ganz verschieden wirken. Hinzukommt, dass sich die Methoden der Kaffeezubereitung im Laufe der Jahrzehnte geändert haben. Wurde früher das Pulver zumeist gekocht, wird es heute vornehmlich gefiltert. Doch gekochter Kaffee erhöht das Blutfett Cholesterin nachweislich, Filterkaffee aber nicht. Und Kaffee wird heute meist „gesünder“ hergestellt wird als früher. Die positiven Studienergebnisse würden dann nicht auf französischen oder türkischen Kaffee zu übertragen sein, meinen die Forscher.

Berliner Ärzteblatt 26.03.2014/ Quelle: Circulation

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