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Wenn es kalt wird, gerät das Herz in Gefahr

Es gibt bestimmte Wetterverhältnisse, bei denen mehr Menschen einen Herzinfarkte erleiden: niedriger Außentemperaturen, höhere Windgeschwindigkeit, weniger Sonnenlicht und höhere Luftfeuchtigkeit.

An der 16 Jahre laufenden Studie in Schweden nahmen mehr als 280.000 Teilnehmer teil. In dieser ereigneten sich insgesamt 280.873 Herzinfarkte. Eines zeigte sich dabei deutlich: Bei kalten Temperaturen lag die durchschnittliche Zahl von Herzinfarkten pro Tag höher als bei warmem Wetter – und dies in allen Regionen. Konkret bedeutete das eine Zunahme um vier Herzinfarkte, wenn die Durchschnittstemperatur unter 0 °C fiel, als bei Temperaturen über 10°C. Darüber hinaus gab es mehr Herzinfarkte bei höherer Windgeschwindigkeit, bei einer geringen Anzahl von Sonnenstunden und bei höherer Luftfeuchtigkeit.

Die Forscher analysierten die Ergebnisse auch nach Subgruppen, darunter ältere Menschen, Patienten mit Bluthochdruck oder Diabetes oder Patienten mit früherem Herzinfarkt. In allen Gruppen veränderte sich der Zusammenhang zwischen Klima und Herzinfarkthäufigkeit nicht  die Ergebnisse konsistent.

„Der menschliche Körper reagiert auf Kälte mit einem Zusammenziehen der oberflächlichen Blutgefäße, das führt zu einer verminderten Wärmeleitfähigkeit der Haut und als Konsequenz zu erhöhtem Blutdruck. Andere Reaktionen auf Kälte können Zittern und erhöhter Puls sein, mit einem erhöhten metabolischen Grundumsatz und erhöhten Körpertemperaturen“, erklärt  Priv. Doz. Franz Xaver Roithinger von der Österreichischen Kardiologengesellschaft (ÖKG). „Gesunde haben damit meistens kein Problem, aber bei Menschen mit atherosklerotischen Veränderungen in den Koronararterien können solche Mechanismen unter Umständen einen Herzinfarkt auslösen.“

Wie eng die Zusammenhängen zwischen Herzinfarkthäufigkeit und Wetterbedingungen wie Lufttemperatur, Sonnenstunden, Niederschlagsmenge oder Luftdruck tatsächlich sind, bleibt dennoch etwas vage. „Es gibt saisonale Unterschiede bei der Herzinfarkt-Häufigkeit, mit niedrigeren Raten im Sommer und höheren im Winter“, berichtet Studien-Erstautor Dr. Moman A. Mohammad vom Skane Universitätskrankenhaus im schwedischen Lund. „Unklar ist allerdings, ob das mit den kälteren Temperaturen oder mit saisonalen Verhaltensänderungen zu tun hat.“

Das räumt auch Roithinger ein: „Infektionen der Atmungsorgane und Grippe sind bekannte Risikofaktoren für einen Herzinfarkt und kommen in der kalten Periode häufiger vor. Aber auch saisonal bedingte Unterschiede im Verhalten wie zum Beispiel weniger Bewegung in der kalten Jahreszeit oder ein verändertes Essverhalten könnten zu der erhöhten Herzinfarktrate beitragen.“

cs 6.9.2017/ Quelle:  ESC 2017

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