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Was hat die Knochendichte mit einem Aneurysma zu tun?

Gar nichts, werden die meisten antworten. Denn eine abnehmende Festigkeit der Knochen, die den Beginn einer Osteoporose anzeigen kann, steht kaum in einem Zusammenhang mit intrakraniellen Aneurysmen, wie Aussackungen und Schwachstellen der Gehirngefäße medizinisch genannt werden. Oder doch? Koreanische Mediziner vom Universitäts-Krankenhaus in Seoul sehen durchaus einen Zusammenhang zwischen der Knochendichte und dem Entstehen, der Größe und der Häufigkeit von Aneurysmen.

Wenn es um die Knochendichte geht, dann ist damit medizinisch exakt die Knochenmineraldichte (BMD - Bone Mineral Density) gemeint, die Auskunft über die Festigkeit der Knochen und damit deren Bruchgefahr gibt. Laut einer Beschreibung des Universitätsklinikums Heidelberg handelt es sich bei den sogenannten Aneurysmen im Allgemeinen um Schwachstellen in den  Wänden von arteriellen Blutgefäßen (Schlagadern die sauerstoffreiches Blut zu den Organen transportieren). Die Wandschwäche eines Aneurysmas erhöht das Risiko für Gefäßeinrisse (Rupturen) und nachfolgender Blutung in das umliegende Gewebe. Rupturen von Aneurysmen der hirnzuführenden und hirnversorgenden Arterien können zu Blutungen an die Gehirnoberfläche (sog. Subarachnoidalblutung) und/oder ins Gehirn führen (sog. Hirnblutungen/ intrazerebrale Blutungen). Solche Blutungen sind immer ein lebensbedrohlicher Notfall, führen leider häufig zu schwerer Behinderung und verlaufen nicht selten tödlich.

Warum Aneurysmen entstehen, ist nicht gesichert. Das Risiko wird wahrscheinlich durch einen hohen Blutdruck und Rauchen erhöht. Jetzt scheint es mindestens eine weiter Gefahrenquelle zu geben: die abnehmende Dichte des Knochengewebes. Herausgefunden haben das die Mediziner bei einer Untersuchung von 12.785 Patienten/innen zwischen Ende 2004 und Ende 2015, Durchschnittsalter 54,8 Jahre. Bei 472 (3,7%) wurde ein intrakranielles Aneurysma diagnostiziert.

Es stellte sich heraus, dass eine geringe Knochenmineraldichte das Risiko für ein Aneurysma steigert.  Und zwar um so mehr, je geringer die Knochendichte gemessen wurde. Dazu wurde die Knochendichte in die Gruppen 1 (geringster Knochenabbau) bis 3 (höchster Knochenabbau) eingeteilt. Im Vergleich mit Gruppe 1 erhöhte sich die Gefahr eines Aneurysma in Gruppe 2 und 26%, in Gruppe 3 um 30%. Abhängig von der geringeren Knochenmineraldichte war auch die Größe des Aneurysma: je geringer die Knochendichte desto höher war das Risiko für ein größeres (größer als 3 mm) Aneurysma.

Wie diese Abhängigkeiten zu erklären sind? Die Mediziner vermuten, über verbindendes Gewebe, hormonelle Effekte und andere Mechanismen ein biologischer Prozeß abläuft. So könnten z.B. Kollagene an diesem Mechanismus beteiligt sein, die über die Blutgefäße in die Knochen verteilt werden. Oder das Enzym Lysyl oxidase (LOX), das sowohl bei der Bildung eines Aneurysma wie beim Brüchigerwerden von Knochen mit im Spiel ist.

20.10.17 cs/ Quelle: JAMA

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