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Das Koffein im Kaffee löst zumindest kurzfristig keine Herzstörungen aus (Foto: Tchibo)
Das Koffein im Kaffee löst zumindest kurzfristig keine Herzstörungen aus (Foto: Tchibo)
Kaffee: Keine erhöhte Gefahr für Herzprobleme - zumindest kurzfristig

Kaffee ist ungesund und Kaffee schlecht für das Herz. Das jedenfalls war bisher die gängige Meinung. Inzwischen gibt es Untersuchungen, die diese Auffassung in Frage stellen. Diskutiert wird unter anderem, ob ein hoher Koffeinkonsum Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Selbst Experten sind da nicht einer Meinung. Nun kommt eine neue Studie mit dem Ergebnis, dass ein erhöhter Koffeinkonsum kein akutes Risiko darstellt.

Dazu muss man allerdings bemerken, dass die Mediziner der Universität im brasilianischen Porto Alegre die Auswirkungen des Koffein bei ganz bestimmten Menschen überprüft haben. Es handelte sich um 51 Patienten (73% Männer) im Durchschnittsalter von 60.6 Jahren. Alle litten an einer mittleren bis schweren Herzinsuffizienz und hatten einen Kardioverter/Defibrillator (ICD) implantiert, der bei Unregelmäßigkeiten des Herzschlages einschreiten und eine lebensbedrohliche Arrhythmie beenden konnte.

Die eine Hälfte der Patienten trank über einen Zeitraum von fünf Stunden stündlich einen entkoffinierten Kaffee (Kontrollgruppe). Die andere Hälfte erhielt ebenfalls einen entkoffinierten Kaffee, dem aber 100mg Koffeinpulver zugefügt worden war. Dieses Vorgehen wurden nach einer Woche wiederholt. 

Trotz der hohen Koffeindosis zeigte sich bei den Störugen des Herzryhthmus keine bedeutenden Unterschiede. Bei den Koffeintrinkern wurden innerhalb der fünf Stunden 185 Extrasystolen gezählt, bei der Kontrollgruppe waren es 239. Extrasystolen sind Herzschläge außerhalb des normalen Herzrhythmus und werden auch als Herzstolpern bezeichnet. Kein nennenswerter Unterschied wurde bei den Tachykardien, damit wird ein anhaltend beschleunigter Puls bezeichnet, der über 100 Schlägen pro Minute bei Erwachsenen liegt, fest gestellt: 16 mit Koffein, 19 ohne Koffein. 

Die Mediziner schließen aus diesen Ergebnissen, dass ein hoher Koffeinkonsum keinen Einfluß auf das Entstehen von Arrythmien hat, zumindest nicht bei Patienten mit bestehenden Herzproblemen. Allerdings gilt diese Aussage nur für eine kurzfristige Betrachtung. Wie das langsfristig aussieht, diese Frage beantwortet die Studie nicht.

19.10.2016/ Quelle: JAMA

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