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Ständiger Stress verursacht Schlaganfall

Chronische Stressbelastung wirkt sich auf Herz und Kreislauf aus. Psychischer Druck ermöglicht es bestimmten Körperstoffen, sich an den Wänden der Blutgefäße festzusetzen, sie zu verengen und so dem Entstehen unter anderem von Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) Vorschub zu leisten. Und das ist ein Grund für einen Herzinfarkt. Dieser Mechanismus scheint genauso die Gefahr zu erhöhen, durch Stress einen Schlaganfall zu erleiden.

Ärzte der Universitätsklinik Madrid, Spanien, haben 150 Schlaganfallpatienten im Alter zwischen 18 und 65 sowie 300 Gesunde im vergleichbaren Alter untersucht. Sie fanden heraus, dass Stress die Gefahr für einen Schlaganfall um fast das Vierfache erhöhte. Zwei Energydrinks täglich sorgten für eine 2,63fache, Rauchen für eine 2,08fache, Ex-Rauchen für eine 2,35fache und Herzrhythmusstörungen für eine 3,18fache Risikosteigerung. Als einzelner Faktor, der das Schlaganfallrisiko am meisten negativ beeinfluss, zählt allerdings das männliche Geschlecht: Mann zu sein, erhöht die Gefahr für einen Schlaganfall um mehr als das 9fache.

Wurden allerdings alle erhobenen Einflußfaktoren zusammen bewertet, dann kristallisierte sich eindeutig heraus, dass ein stressbeladenes Leben - unabhängig von Alter, Geschlecht und einem ungesunden Lebensstil - das Risiko für einen Schlaganfall deutlich anhob. In einer 2009 im schwedischen Göteborg durchgeführten Studie, war man im übrigen auf ähnliche Erkenntnisse gestoßen. Bei der Untersuchung von 600 Schlaganfallpatienten kam heraus, dass die 3,5mal häufiger eine vermehrte Stressbelastung angegeben hatten.

Wie Stress einen Schlaganfall auslösen kann, beschreiben Wissenschaftler so: Stress kann ein ungesundes Verhalten - z.B. Rauchen und wenig Bewegung - hervor rufen. Die durch Stress vermehrt produzierten Stresshormone verursachen Stoffwechselstörungen und Bluthochdruck. Stress kann die Häufigkeit von Entzündungsreaktionen im Körper vermehren und die Blutgerinnung stören. Dass alles kann zu einer Verengung der Blutbahnen bzw. zu Arterienverkalkung führen und die Versorgung des Gehirns mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen behindern.

Berliner Ärzteblatt 04.09.2012/ Quelle: J Neurol Neurosurg Psychiatry, doi 10.1136/jnnp-2012-302420

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