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Statine: Unangebrachte Vorurteile?

Statine sollen überhöhte Cholesterinwerte senken und so vor Herzinfarkt und Schlaganfällen schützen. Denn eines ist klar: Hohe Blutfette können zu Ablagerungen in Gefäßen und damit zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Doch die Vorbehalte gegen Cholesterinsenker sind hoch, sie sollen mehr Schaden als Nutzen anrichten. Nun betont eine neue Untersuchung betont, dass das Risiko für Nebenwirkungen vollkommen überzogen dargestellt wird und der gesundheitliche Vorteil überwiegt.

Statine und Lipid-Senker sind nicht nur überflüssig, sondern gefährlich und schädlich. So schreibt es Norbert Knobloch in den MMnews. Das Zentrum der Gesundheit nennt sie "gefährliche Statine". KOPP online meldet: "Neuer Statin-Schwindel: Die Hälfte aller Ärzte in dem Gremium, das Statine empfiehlt, unterhält Verbindungen zu Big Pharma." Demnach sei "…die Empfehlung, das Cholesterin zu senken und den Fettverzehr stark einzuschränken, wissenschaftlich und moralisch nicht mehr zu halten". Der Informationsdienst schreibt: "Achtung Statine: Cholesterinsenker können gefährlich für sie sein." Auf Biomedizin-Blog wird gewarnt: "Neue Warnungen vor den verheerenden Nebenwirkungen der Statine."

Die Ängste viele Patienten sind groß. Dazu hat besonders eine Studie beigetragen, die im Jahr 2013 veröffentlicht und viel zitiert wurde. Demnach sollten 18 bis 20 Prozent aller Patienten, die Statine einnehmen, unter Risiken und Nebenwirkungen leiden. Als häufigste Nebenwirkungen werden Muskelschwäche, mangelhafte Leberfunktion, vermehrt Herzschäden, erhöhtes Diabetesrisiko, Magen- und Darmprobleme, Kopfschmerzen sowie Gelenkbeschwerden genannt. In Folge dieser Studie sollen allein in Großbritannien über 200.000 Patienten die Therapie abgebrochen haben.

Sicher ist: Jeder Arzt wird versuchen, schädliche Cholesterinwerte erst durch andere Maßnahmen zu senken: durch eine gesunde Ernährung und durch mehr körperliche Aktivität. Aber: Nicht bei jedem betroffenen Patienten funktioniert das und nicht jeder betroffene Patient ist bereit, seine Ernährung- und sein Bewegungsverhalten zu verändern. Und: Jedes Medikament hat neben erwünschten Wirkungen auch unerwünschte Nebenwirkungen. Es geht immer darum, ob der Nutzen das Risiko überwiegt.

Genau diese Abwägung haben jetzt Mediziner der Universität von Oxford neu unternommen. Sie haben die Ergebnisse viele Studien erneut ausgewertet. Dabei fanden sie heraus, dass die Behandlung mit 40 mg eines Statins (in dem Fall war es Atorvastatin) am Tag zu folgenden Nebenwirkungen führen kann - angegeben werden die Werte in der Untersuchung auf fünf Behandlungsjahre pro 10.000 Patienten: 
• 5 Fälle von Myopathien (Muskelerkrankungen - Schwäche der Muskulatur),
• 10-20 Fälle von Diabetes, betroffen sind vor allem Patienten mit einem vorliegenden Risiko für Diabetes,
• 5-10 Fälle von hämorrhagischem Schlaganfall (Gehirnblutung), die Forscher weisen darauf hin, dass die Zahl der durch die Statineinnahme verhinderten ischämischen Schlaganfälle (Hirninfarkt, Minderdurchblutung und damit Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff) wesentlich höher liegt,
• 10-20 Fälle von Muskelschmerzen und Muskelschwäche.
• Die Zahl aller anderen Nebenwirkungen sei sehr gering und stehe oft nicht in Zusammenhang mit der Einnahme der Statine. 

Den Nebenwirkungen stehen folgende Vorteile gegenüber:
Durch die Cholesterinsenkung (um 2 mmol/L) würden bei 1000 Herz-Kreislauf-Vorfälle (Herzinfarkt, ischämischer Schlaganfall, Bypass) bei Patienten mit einem bestehenden Gefäßleiden (auch hier bei fünf Behandlungsjahren pro 10.000 Patienten gerechnet)  verhindert. Und bei 500 weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen würde bei Patienten mit bestehenden Risiofaktoren wie Alter, Diabetes oder Bluthochdruck vorgebeugt.

Die Mediziner um Professor Rory Collins kommen deshalb zu dem Ergebnis, dass mögliche Nebenwirkungen von Statinen durch einen Austausch des Wirkstoffes verhindert werden könne. Deshalb sei die Einnahme von Statinen zu empfehlen, weil dadurch viele Herzinfarkte und Schlaganfälle mit ihren fürchterlichen Folgen verhindert werden könnten.

12.09.2016/ Quelle: The Lancet

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