Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Statine machen Arteriosklerose nicht rückgängig

Statine sollen die Cholesterinwerte im Blut senken. Weil sie die Blutfette reduzieren, sollen sie das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfälle vermindern. Außerdem wird ihnen nachgesagt, dass sie dadurch die Bildung von Plaques in den Gefäßen reduzieren und damit die Verkalkung der Gefäße verlangsamen. Eine Studie belegt nun, dass den Statinen die Eindämmung der Arteriosklerose anscheinend nicht gelingt.

Die Auswertung von Daten einer Untersuchung des Universitätsklinikums Essen zeigt die Blutfett-senkenden Wirkung der Statine. Doch bei Personen ohne diagnostizierte kardiovaskuläre Erkrankung  ergab sich nach fünfjähriger Statin-Therapie ein verstärktes Fortschreiten der Koronararterien-Verkalkung.  Dr. Iryna Dykun, Essen, meint, dass "unsere Daten doch die Hypothese unterstützen, dass Statine einen Plaque-stabilisierenden Effekt haben, der sich in einem Anstieg der Arterienverkalkung widerspiegelt“.

Für die Studie wurden die Daten von 3.483 Teilnehmern ausgewertet. Der Grad der Verkalkung der Koronararterien wurde mittels Elektronen-Beam-Computertomographie ermittelt. Bei Teilnehmern, die unter Statintherapie zu Beginn des Beobachtungszeitraums einen geringeren Grad an Arterienverkalkung aufwiesen, schritt die Verkalkung während der fünf Jahre stärker voran im Vergleich zu Personen mit einer höhergradigen Verkalkung zu Beginn des Beobachtungszeitraums.

Das widerspricht nun bisherigen Erkenntnissen. In einer Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) aus dem Jahr 2012 jubelt Prof. Dr. Raimund Erbel, "dass die Atherosklerose bei geeigneter Therapie reversibel ist. Die Dosis der Statine muss bei Risikopersonen hoch genug sein. Das ist das wichtigste. Das LDL-Cholesterin muss unter 80 mg/dl gesenkt werden, in den USA gilt sogar ein Zielwert von 70 mg/dl. Deshalb wurde in früheren Studien auch keine Rückbildung der Plaques gesehen. Die LDL-Senkung war einfach nicht deutlich genug."

Die Deutsche Herzstiftung hat allerdings bereits früher Zweifel an den Eigenschaften von Statinen geäußert. Auf eine Anfrage antwortete Prof.Dr.med.Hans-Jürgen Becker, dass in einer Studie der  Versuch "die günstige Wirkung von Ezetimib (Anm. der Red: eines der Statinmedikamente) auf die Arteriosklerose nachzuweisen, gescheitert" ist.



Berliner Ärzteblatt 09.09.2014/ Quelle: ESC Abstract P1278

Cholesterinsenker erhöhen Risiko für Diabetes nicht alle in gleichem Maße

Statine gefährden die Nieren

Warum Cholesterin die Arterien schädigt

Arterienverkalkung lässt sich rückgängig machen

 
Seite versenden  
Seite drucken