Verkehrslärm ist schlecht für das Herz
 

Die Häufigkeit von ischämischen Herzerkrankungen steigt mit dem Ausmaß der Belastung durch Verkehrslärm an.

Ein internationales Forscherteam aus den Niederlanden, Schweden, der Schweiz und Spanien hat verschiedene Studien zum Zusammenhang zwischen Straßenverkehrslärm und durch Gefäßverengungen hervorgerufenen (ischämischen) Herzerkrankungen ausgewertet. Es zeigte sich, dass je höher die Lärmbelastung war, desto häufiger das Herz darunter litt. Die Wissenschaftler begründen das damit, dass sich Lärm auf die Ausschüttung von Stresshormonen und die Schlafqualität auswirkt und so die ischämischen Herzerkrankungen hervor rufen.
 
Ausgewertet wurden insgesamt 61 Publikationen und die Daten von 7.451 Fällen einer ischämischen Herzerkrankung. Daraus errechnete sich ein Anstieg des relativen Erkrankungsrisikos um 1,08 pro 10 Dezibel Anstieg der Belastung durch Straßenverkehrslärm. Bei einem Wert größer als 1 gibt es einen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen einem Risikofaktor und einer Erkrankung.

Dass verschiedene Umweltwelteinflüsse wie Lärm oder Luftverschmutzung auch die Gesundheit des Herzens stark beeinträchtigen können, zeigt sich in verschiedenen Studien, deren Zahl weiter zunimmt. In Deutschland konnte etwa die Arbeitsgruppe Lärmwirkungsforschung an der Universitätsmedizin in Mainz in einem Experiment Zusammenhänge zwischen Lärmbelastung und einer Funktionsstörung des Endothels, also der Innenwand von Blutgefäßen, nachweisen. Eine derartige Störung gilt als wichtige Ursache von schweren kardiovaskulären Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

cs 29.8.2017/ Quelle:  ESC 2017





Quelle:
http://www.medizinauskunft.de/home/artikel/diagnose/herz_kreislauf/strassenlaerm-29-8-17.php