Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

In Fertiggerichten sind oft gro?e Mengen von Salz und Zucker versteckt (Foto: Thommy Weiss/ pixelio.de)
In Fertiggerichten sind oft große Mengen von Salz und Zucker versteckt (Foto: Thommy Weiss/ pixelio.de)
Zucker und Salz: Die versteckten Herzkiller

Wo Zucker ist, ist auch Salz, formuliert es die Universitätsmedizin Rostock. Und meint damit, dass zwischen der Höhe des Blutzuckers und des Salz-Wasser-Haushaltes des Körpers viele Verbindungen und Abhängigkeiten bestehen, die aber noch viel zu wenig bekannt sind. Zumindest weiß man, dass zu viel Salz - insbesondere Kochsalz - dem Herz gefährlich werden können. Inzwischen hat man erkannt, dass das bei Zucker nicht ganz anders ist. Gemeinsam ist sowohl Salz als auch Zucker, dass sie inzwischen häufig in vielen Lebensmitteln versteckt zugesetzt werden. Der Zucker tarnt sich dabei gerne mit Namen wie Fruktose, Melasse, Sirup, Rohrzucker, Maissirup, Rohzucker, Fruchtsaft-Konzentrat oder Honig.

Ernährungswissenschaftler der Universitäten Lubbock, Texas, und Montclair, New Jersey, haben insgesamt 42880 US-Amerikaner/innen in den Jahren 1988 bis 2010 beobachtet. Dabei stellte sich heraus, dass sich der Anteil des Lebensmitteln zugesetzten Zuckers an der gesamten täglichen Kalorienaufnahme von 15,5% (1988-1994) über 16,8% (199-2004) auf 14,9% (2005-2010) verändert hat. Im letzten Beobachtungszeitraum konsumierten 71,4% der Frauen und Männer 10% und mehr ihrer täglichen Kalorienration über zugesetzten Zucker, bei 10% waren es sogar 25% und mehr. Zwischen 1988 und 1994 bedeuteten das rund 350 kcal am Tag und zwischen 2005 und 2010 etwa 326 kcal täglich.

In der gesamten Beobachtungszeit verstarben 831 Personen an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Es gab einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Menge des verzehrten Zuckers und des Risiko, an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu versterben. So erhöhte sich das Sterberisiko bei Personen, die zwischen 10 und 24,9% ihrer täglichen Kalorienaufnahme durch in Lebensmitteln zugesetzten Zucker zu sich nahmen um 30%, bei denen die aber 25% auf diese Art verzehrten bei 175%.  

Eine ähnliche Abhängigkeit existiert auch bei Salz. Der Berufsverband der Deutschen Internisten (BDI) weißt beispielsweise auf ein Studie mit über 170.000 Teilnehmern hin, in der heraus kam, "dass eine Steigerung der täglichen Salzzufuhr um 5 g mit einer Veränderung des Schlaganfallrisikos um 23% einhergeht. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen zusätzliche 5 g Salz das Risiko um 17%". Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt ebenfalls, pro Tag nicht mehr als sechs Gramm zu essen. Das entspricht in etwa einem Teelöffel. Es gibt Wissenschaftler die weniger empfehlen: zwischen 1 und 3,5 Gramm am Tag.

Auch wenn sich die meisten Ärzte/innen über die Gefahren überhöhten Salzkonsums für Herz und Kreislauf einig sind, müssen die absoluten Salzverbote in Zukunft vielleicht neu überdacht werden. Denn an der Vanderbilt Universität haben Mediziner nun erforscht, dass ein hoher Salzgehalt im Körpergewebe auch Vorteile haben kann: nämlich bei der Abwehr von Infektionen.

Berliner Ärzteblatt 10.03.2015/ Quelle: Cell Metabolism, JAMA Intern Med.

Fertiggerichte: Unerkannte, versteckte Salzdepots

Die falschen weißen Kristalle: Zucker gefährlicher als Salz für Bluthochdruck

Warum zuviel Salz den Blutdruck steigen lässt

Salzarmes Essen senkt Risiko für Schlaganfall

Fertiggerichte machen dem Herz das Leben schwer

 
Seite versenden  
Seite drucken