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St. Peter's TB Hospital, Addis Ababa: Behandlung eines Kindes gegen TBC (Foto: WHO)
Tuberkulose: Neuer Impfstoff

Wissenschaftler haben den ersten neuen Tuberkulose-Impfstoff seit 80 Jahren vorgestellt. Nachdem ersteTests des "MVA85A" genannten Impfstoffes erfolgreich abgeschlossen wurden, soll er nun versuchsweise in Entwicklungsländern eingesetzt werden.

Der erste Tuberkulose-Impfstoff, der in den vergangenen 80 Jahren entwickelt wurde, hat die Sicherheitsüberprüfung in Großbritannien passiert. Wissenschafter der University of Oxford gehen davon aus, dass der Impfstoff MVA85A die Wirksamkeit des bestehenden BCG Impfstoffes verstärken kann. Dieser Impfstoff bietet für rund 15 Jahre Schutz. Er wirkt jedoch nicht bei allen Menschen. Schätzungen gehen dahin, dass von den in Großbritannien Geimpften nur zwei Drittel auch tatsächlich geschützt sind.

Die jetzt
veröffentlichte Studie weist darauf hin, dass der neue Impfstoff vor allem in Entwicklungsländern Vorteile bringen wird, wo die Anzahl der Tuberkuloseerkrankungen derzeit ansteigt. Die WHO schätzt, dass jede Sekunde ein Mensch infiziert wird. Derzeit sterben zwei Millionen Menschen jährlich an Tuberkulose.

MVA85A wurde in Oxford getestet, wo Schulkinder nicht mehr routinemäßig mit BCG geimpft werden. An der vom Wellcome Trust finanzierten Dreijahresstudie nahmen 42 Erwachsene im Alter von 18 bis 55 Jahren teil, die in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Zwei Gruppen wurden nie mit BCG geimpft. Eine Gruppe erhielt BCG, die andere MVA85A. Den Teilnehmer der dritten Gruppe war zuvor BCG verabreicht worden, jetzt wurde MVA85A zur Auffrischung eingesetzt.

Bei jenen Teilnehmern, die MVA85A alleine erhielten zeigte sich, dass der Impfstoff sicher war und die Produktion einer großen Anzahl von T-Zellen anregte. Jene Personen, die BCG und MVA85A bekommen hatten, wiesen eine deutlich größere Anzahl von T-Zellen zur Bekämpfung der Krankheit auf. In manchen Fällen wurden sogar bis zu dreißigfach höhere Werte erreicht.

Die Wissenschafter planen nun, den Impfstoff in Entwicklungsländern zu testen. Eine Versuchsreihe läuft derzeit bereits in Gambia, wo Tuberkulose epidemisch auftritt und Kinder innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt mit BCG geimpft werden. Die leitende Wissenschafterin Helen McShane erklärte, dass die Ergebnisse der Studie sehr bemerkenswert seien.

Allerdings sind weitere Tests notwendig, um herauszufinden, ob der neue Impfstoff eine Ansteckung verhindern kann. "Die ersten Ergebnisse zeigen jedoch, dass er gemeinsam mit BCG perfekt funktioniert. BCG ruft geringe Mengen von T-Zellen hervor. Verabreicht man später MVA85A, werden die Zellen an die Krankheit erinnert und bilden eine stärkere Barriere gegen Tuberkulose."

WANC 25.10.04/pte

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