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Vielen Asthmapatienten fällt es schwer, das Inhalationsgerät richtig zu bedienen (Foto: stock.xchng Image ID: 867805)
Vielen Asthmapatienten fällt es schwer, das Inhalationsgerät richtig zu bedienen (Foto: stock.xchng Image ID: 867805)
Asthma: Nur das richtige Inhalieren hilft

Die Inhalationstechnik entscheidet über den Behandlungserfolg. Denn werden die Medikamente gegen Asthma nicht richtig eingeatmet, können sie auch nicht helfen. Studien sagen aber aus, dass die Mehrzahl der Patienten nicht richtig mit den Geräten umgehen kann.

Der Apotheker Dr. Eric Martin erklärt, warum Asthmamedikamente besser inhaliert werden: Ihre Wirkung setzt rascher ein und sie sind so besser verträglich. Doch die Geräte, mit denen der Wirkstoff in die Lunge geraten soll, haben ihre Tücken. Oder anders ausgedrückt: Viele Patienten können mit ihnen nicht richtig umgehen. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 70 und 75% der Asthmatiker bei der Inhalation Fehler machen. Beispiele: 66% haben vor der Inhalation nicht tief ausgeatmet. 70% haben nicht tief und langsam inhaliert. 68% nicht rechtzeitig ausgelöst. Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis: Obwohl die Anweisung "Drücken und einatmen" einfach erscheint, erweist sich die Koordination zwischen dem Auslösen und dem Einatmen bei Treibgas-Dosieraerosolen als besonders schwierig.

Die Fehler sind aber aus zwei Gründen unangenehm. "Handhabungsfehler verschlechtern nicht nur die Wirksamkeit der Asthmamedikamente, sondern erhöhen auch das Risiko für Nebenwirkungen", warnt Martin. Je nach Wirkstoff können Heiserkeit oder Pilzbefall in der Mundhöhle die Folge sein.

Anwendungsfehler haben offensichtlich viel mit mangelhafter Erklärung zu tun. Studien belegen dass es nicht nur Ärzten sondern genauso Apothekern am Wissen fehlt, die korrekte Benutzung der Inhalationssysteme ihren Patienten zu vermitteln. In einer Untersuchung stellte sich beispielsweise heraus, dass selbst Lungenfachärzte nur über ein Wissen von der Funktionsweise der Inhalation von durchschnittlich 67% (maximales Wissen: 100%) verfügten. Bei Allgemeinärzten und Internisten betrug das Wissen sogar nur durchschnittlich 48% und bei Krankenschwestern 39%.

Wie wichtig die richtige Anleitung ist, zeigt die sogenannte Vita-Studie. Dabei unterwiesen extra ausgebildetes Apothekenpersonal Asthmatiker in der richtigen Handhabung der Inhalationstechnik. Vor einer solchen Unterweisung wendeten 79% der Patienten die Inhalaltionsmedikamente nicht richtig an. Nach der Unterweisung waren es nur noch 28%. Betrug die durchschnittliche Fehlerzahl pro Patient vor der Unterweisung 2,5, so sank sie nach der Schulung auf 0,5. Die drei häufigsten Anwendungsfehler: 36 %: Nach Inhalation den Atem nicht angehalten. 29 %: Dosieraerosol nicht geschüttelt. 27 %: Nach Inhalation eines Cortisons Mund nicht gespült.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Inhalationsmedikamenten:
- treibgasbetriebene Dosieraerosole, die wie kleine Spraydosen funktionieren,
- Pulverinhalatoren, bei denen ein Pulver mit Wirkstoff beim Einatmen im Luftstrom verteilt wird.
Die Apothekenorganisation ABDA rät: Bei Pulverinhalatoren sollten Patienten möglichst kräftig einatmen. Hierdurch wird das Pulver verwirbelt und in eine lungengängige Größe überführt. Nur so kann es beim Einatmen bis in die Lunge gelangen. Bei zu langsamem Einatmen entstehen fast nur große Teilchen, die sich vorzugsweise im Mund und Rachen ablagern. Egal, welchen Inhalator ein Patient benutzt: Die Asthmamedikamente sollten möglichst tief eingeatmet werden, damit die ganze Lunge mit dem Wirkstoff in Kontakt kommt. Im Anschluss daran wird der Atem für fünf bis zehn Sekunden angehalten. Je länger diese Atempause dauert, desto besser können sich die Teilchen in den Atemwegen absetzen. Bei Pulverinhalatoren sollte nur durch die Nase ausgeatmet werden. Dies soll verhindern, dass versehentlich feuchte Atemluft in das Gerät gelangt und das noch enthaltene Pulver verklumpen kann.


Berliner Ärzteblatt 29.05.2013/ Quelle: Pharmacon - internationaler Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer

Weitere Informationen:
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Inhalationstherapie
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