Lungenentzündung: Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter
 

In Deutschland erkranken jährlich 4,6 von 1000 Menschen an Pneumonie und zwar so schwer, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. 14,3% der stationär behandelten Patienten versterben im akuten Stadium der Krankheit bzw. innerhalb eines Jahres nach Einlieferung. Auf die Dauer von zehn Jahren gesehen erhöhte eine Pneumonie das Sterberisiko um das 1,65-Fache. Mediziner haben jetzt untersucht, dass das Risiko für eine Lungenentzündung insbesondere mit dem Alter zunimmt.

Untersucht wurden 9419 Frauen und Männer im Alter von 50 bis 75 Jahren und zwar über einen Zeitraum von durchschnittlich etwas über zehn Jahren. Kontrolluntersuchung fanden alle zwei Jahre statt. Innerhalb dieses Zeitraumes entwickelten 435 Personen eine Pneumonie. 

Dabei stellte sich heraus, dass das Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken, mit zunehmendem Alter wuchs. Lag das Erkrankungsrisiko im Alter unter 62 Jahre bei 3,6% und das Sterberisiko (also wenn man an Pneumonie erkrankte, daran auch zu versterben) bei 7,8%, dann erhöhte sich im Alter über 62 Jahre das Erkrankungsrisiko auf 5,3% und das Sterberisiko auf 20,1%. Pro zehn Jahre Älterwerden stieg das Erkrankungsrisiko um das 1,46-Fache und das Sterberisiko um das 2,65-Fache.

Neben dem Alter kristallisierten sich Rauchen und eine Herzinsuffizienz bzw. Schlaganfall als bedeutende Risikofaktoren für eine Lungenentzündung heraus. Dabei geht es um das fortgesetzte Rauchen, also Menschen, die immer noch rauchen und nicht solche, die früher einmal geraucht hatten. Sowohl für Rauchen wie für Herzinsuffizienz und Schlaganfall lag der Risikozuwachs für eine Erkrankung bei 5,1%, 6% bzw. 7,1% und für das Sterben bei 20,2%, 35% und 25,7%. Die Mediziner drücken das so aus: Fortgesetztes Rauchen beziehungsweise eine Herzinsuffizienz führen dazu, das Pneumonierisiko einer etwa 12,5 beziehungsweise 14,2 Jahre älteren Person aufzuweisen.

Diabetes mellitus erwies sich nach einer genauen Datenauswertung zwar als ein mögliches Risiko für eine Lungenentzündung, doch ist dieses nicht sehr markant. Überraschend ist, das Alkoholkonsum von weniger als 10 g/Tag bei Frauen und weniger als  20 g/Tag bei Männern in der

Studie zu einer Abnahme der Erkankung mit Pneumonie führte. Bisher waren Mediziner davon überzeugt, dass mässiger und starker Alkoholkonsum die Erkrankungsrate eher erhöhte. Möglicherweise liegt der schützende Effekt auch an den geringen Mengen Alkohol, die konsumiert wurden. 

20.09.2016/ Quelle: Dtsch Arztebl 2016; 113(37)





Quelle:
http://www.medizinauskunft.de/home/artikel/diagnose/krankheiten/Atmungsorgane/pneumonie-20-9-16.php