Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 


Mit einem Synthesizer wird ein individueller tinnitus-ähnlicher Klang erstellt
Musiktherapie gegen Tinnitus

Dauernde Pfeifgeräusche im Ohr. Menschen, die unter Tinnitus leidern, müssen mit dieser Belastung leben. Nicht selten werden dadurch andere Krankheiten ausgelöst. Jetzt zeigt eine neuartige Musiktherapie als Alternative zu herkömmlicher Behandlung erste Erfolge.

Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) DZM  erprobt eine neuartige musiktherapeutische Behandlungsmethode bei chronischem Tinnitus. In Zusammenarbeit mit der Neurologischen Klinik und der Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Universität Heidelberg sowie der Musiktherapeutischen Ambulanz der Fachhochschule Heidelberg soll untersucht werden, inwieweit eine ursachenbezogene Behandlung bei den Betroffenen zu einer Verbesserung der Erkrankung führt. Prognosen zufolge werden 35 bis 40 Prozent aller Erwachsenen einmal von einem vorübergehenden oder andauernden Ohrengeräusch betroffen sein.

Die Pilotstudie setzt auf eine ursachenbezogene Behandlung des Tinnitus. Kernstück des musiktherapeutischen Behandlungskonzepts ist die Einbettung des Tinnitus in einen musikalisch steuerbaren Hörprozess.
Dazu wird zu Beginn der Therapie für jeden Patienten mit einem Synthesizer ein individueller tinnitus-ähnlicher Klang erstellt. Dieser wird dann aktiv und/oder rezeptiv musiktherapeutisch eingesetzt, beispielsweise als Grundlage für freie Improvisationen oder als Teil von Entspannungsmusik, berichtet das DZM. Die Patienten sollen dadurch in die Lage versetzt werden, Kontrolle über ihren Tinnitus auszuüben und ihn bewusst steuern zu können. Darüber hinaus sollen die wiederholten, gezielten musikalischen Hörübungen die veränderten Gehirnregionen positiv beeinflussen und zu einer "Normalisierung" führen. Ziel ist damit auch eine Verbesserung hirnorganischer Veränderungen.

Die Ergebnisse aus den ersten Probetherapien zeigen ermutigende Erfolge. Die Fertigstellung der Pilotstudie ist für die zweite Jahreshälfte 2004 geplant. Chronischer Tinnitus kann bei den Betroffenen zu psychosomatischen Krankheitsbildern führen. Die ständige Wahrnehmung der Ohrgeräusche beziehungsweise die Konzentration darauf kann Stressreaktionen auslösen.

Tinnitus gehört heute zu den häufigsten Erkrankungen im HNO-Bereich. Fast ein Viertel der deutschen Bevölkerung hat bereits einmal unter Tinnitus gelitten. Die Tendenz ist steigend. Wenn die Ohrgeräusche kontinuierlich länger als drei Monate anhalten, wird der Tinnitus als chronisch bezeichnet. Zurzeit leiden in Deutschland 2,7 Mio. Menschen unter solchen chronischen Ohrgeräuschen. Jährlich steigt die Zahl um weitere 250.000.

WANC 05.05.04/pte

Seelische Anspannung führt zu Tinnitus

Deutsche Tinnitus- Liga

 
Seite versenden  
Seite drucken