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Zähneputzen sorgt entzündetem Zahnfleisch vor (Foto: Imagesource)
Zähneputzen schützt vor Herzinfarkt

Regelmäßiges Putzen der Zähne kann anscheinend einem Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbeugen. Im Mundraum hausende Bakterien wirken sich nämlich auf den ganzen Körper negativ aus und können die Blutgefäße schädigen.

Schutz vor Herzinfarkt oder Schlaganfall beginnt auch mit dem Zähneputzen. Forscher der US-Gesundheitsinstitute (NIH) in Bethesda (US-Staat Maryland) haben eine direkte Verbindung zwischen entzündetem Zahnfleisch und einer krankhaften Verdickung der Halsschlagadern nachgewiesen. Derartige Verdickungen, die durch Ablagerungen an den inneren Gefäßwänden entstehen, werden von Ärzten als Vorboten eines drohenden Infarkt oder Schlaganfall erkannt.

Die Wissenschaftler nahmen bei ihrer Untersuchung elf der über 600 bekannte Bakterien im Mund aufs Korn. Dabei entlarvten sie vier Erreger als schlimmste Gefahrenquellen: Actinobacillus actinomycetemcomitans, Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythia und Treponema denticola. Festgestellt wurde der Zusammenhang dieser vier Bakterien und dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrakungen bei 657 älteren Männern und Frauen in New York.

Nach Informationen d
er Deutschen Parodontose-Hilfe erhöhen Bakterien im Mund aber nicht nur das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle, sondern auch für Frühgeburten um das Siebenfache und Erkrankungen anderer innerer Organe. Die Parodontose-Hilfe sagt, dass Paradontose  noch schädlicher für Herz und Gefäße ist als das Rauchen.

Das Deutsche Grüne Kreuz hat Informationen zur Paradontitis zusammengestellt:

Rund 25 Millionen Menschen sind an mittleren und schweren Formen der Parodontitis erkrankt.Parodontitis entwickelt sich als Folge einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Ursache ist eine übermäßige Anhäufung von Bakterien vor allem in den Zahnzwischenräumen und am Zahnfleischsaum. Man unterscheidet verschiedene Formen parodontaler Erkrankungen.

Am häufigsten ist die chronische Parodontitis, die langsam über einen langen Zeitraum fortschreitet. Am zweithäufigsten kommt die aggressive Parodontitis vor, die gehäuft zwischen der Pubertät und dem 35. Lebensjahr auftritt, aber auch in späterem Alter vorkommen kann. Sie verläuft schubweise und rasch fortschreitend. Wird eine Parodontitis nicht behandelt, kann sie das Zahnbett zerstören, zum Abbau des Kieferknochens und schließlich zum Zahnverlust führen.


Ob eine Entzündung auftritt und welchen Verlauf sie nimmt, hängt vom Immunsystem des Patienten ab. Dies wird durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst, etwa durch Allgemeinerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen, genetische Faktoren, gravierende Ernährungsfehler, und auch Stress wird als kausaler Faktor diskutiert. Besonders gefährdet sind Raucher. Sie entwickeln häufiger Parodontitis und haben schlechtere Heilungschancen als Nichtraucher.

Durch eine sorgfältige Mundhygiene ist jedoch eine Vorbeugung möglich. An erster Stelle steht die gründliche Entfernung des bakteriellen Zahnbelags (Plaque, Biofilm). Ohne Plaque entsteht keine Parodontitis. Wichtig ist die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten oder Zahnseide. Elektrische Zahnbürsten der neuesten Generation, die Schallzahnbürsten, eignen sich besonders zur Plaqueentfernung auch an schwer zugänglichen Stellen.

Mindestens zweimal im Jahr sollte eine professionelle Zahnreinigung erfolgen, die zu einer vollständigen Beseitigung aller bakteriellen Anlagerungen auf der Zahnoberfläche und auch in den Zahnfleischtaschen führt. Je höher das Parodontitisrisiko, desto häufiger sollte eine professionelle Zahnreinigung erfolgen.


Ebenso ist eine zahngesunde Ernährung von zentraler Bedeutung: Sie sollte kauaktiv, abwechslungs- und vitaminreich sowie vollwertig sein. Süßigkeiten sollten die Ausnahmen bleiben, als Durstlöscher ist vor allem viel klares Wasser zu empfehlen. Zwischen den Nahrungsaufnahmen sollten genügend lange Pausen liegen, damit sich der pH-Wert im Mund wieder neutralisieren kann. Liegt der pH-Wert zu lange im sauren Bereich, kann die Säure den Zahnschmelz angreifen und ebenso Karies an den freiliegenden Wurzeloberflächen auslösen.

Aber auch gegen eine bereits bestehende Parodontitis kann man etwas tun. Grundlage der Behandlung ist nach einer sorgfältigen Untersuchung die vollständige Entfernung der bakteriellen Plaque auf den Zahn- und Wurzeloberflächen und in den Zahnfleischtaschen im Zuge einer professionellen Zahnreinigung. Tiefere Taschen (> 5 mm) können mit einer professionellen Zahnreinigung nicht mehr gesäubert werden. Dies geschieht dann in einer so genannten Parodontosebehandlung, die in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird.

In der Nachsorgephase schließen sich je nach individuellem Risiko Kontrolluntersuchungen und weitere professionelle Zahnreinigungen an. Diese Phase dauert in der Regel ein Leben lang: Nur durch eine konsequente professionelle Nachsorge nach der Parodontosebehandlung und eine sorgfältige individuelle Zahnpflege kann die einmal hergestellte Mundgesundheit dauerhaft gesichert werden.


WANC 07.06.05
Parodontitis begünstigt Herzinfarkt

Parodonditis: Gefahr einer Frühgeburt

Gesundsein beginnt im Mund

 
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