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Entzündungen im Auge: Vielen unbekannt, Ursachen nicht geklärt
Uveitis: Zeitbombe im Inneren des Auges

Viele Menschen wissen es nicht, doch sie laufen mit einer ständigen Bedrohung ihres Sehvermögens herum. Etwa eine halbe Million Menschen leidet an Uveitis, das ist eine Entzündung des Auges. Wird sie früh genug behandelt, heilt sie aus. Wenn nicht besteht die Gefahr der Erblindung.

Uveitis ist ein Überbegriff für alle Entzündungen im Auge, die die Uvea (= Iris, Strahlenkörper und Aderhaut) betreffen. Die Uvea ist eine der drei Schichten des Augapfels und enthält viele Blutgefäße, die Nährstoffe zu den verschiedenen Strukturen des Auges transportieren. Im Gegensatz zu einer Konjunktivitis, also einer Bindehautentzündung, kommt es bei einer Uveitis zu einer Entzündung im Inneren des Auges.

Je nach betroffenem Abschnitt spricht man von einer Regenbogenhautentzündung (Iritis), Entzündung des Strahlenkörpers (Cyclitis) oder Aderhautentzündung (Chorioiditis). Rechtzeitig erkannt und therapiert heilt sie folgenlos aus. Wenn sie allerdings chronisch wird, ist eine Erblindung nicht auszuschließen.

Obwohl in der Bundesrepublik etwa eine halbe Million Menschen an einer Uveitis leiden, ist die Krankheit immer noch vielen unbekannt. Jährlich kommen bis zu 15.000 Neuerkrankungen hinzu. Den Fachleuten gibt die Krankheit nach wie vor große Rätsel auf, denn bei etwa 70 bis 90 Prozent der Patienten findet man keine Ursache für die Entzündungen; sie gilt als Autoimmunkrankheit.

Die Entzündung von Gefäßhaut und Regenbogenhaut kann sich als akutes Ereignis durch ein rotes Auge mit Druckgefühl bemerkbar machen. Neben der starken Rötung kommen meist vermehrter Tränenfluss, gesteigertes Blendempfinden, Verschwommensehen und stechende Augenschmerzen hinzu. Patienten sind daher meist schnell bei einem Augenarzt.

Tückischer sind die schleichend verlaufenden Entzündungen, bei denen es oft ohne akute Alarmzeichen langsam zu einer Verschlechterung des Sehvermögens kommt. Das Augenäußere bleibt meist reizfrei und ohne Schmerzen. Oft führen Schleier oder Flocken vor den Augen die Betroffenen erst spät zum Augenarzt, weil diese Zeichen nicht ernst genommen werden. In vielen Fällen, besonders bei Kindern, wird die Uveitis erst durch Zufall entdeckt. Schreitet sie unerkannt und unbehandelt voran, besteht die Möglichkeit, dass Komplikationen zu schweren Veränderungen des Sehvermögens führen: Ein erhöhter Augeninnendruck, allgemein als grüner Star oder Glaukom bekannt, kann resultieren genauso wie eine Linsentrübung.

Auslöser können insbesondere bei Kindern rheumatische Erkrankungen, im späteren Lebensalter Tuberkulose, Varizellen und andere Herpes-Viren sowie die von Zecken übertragene Borreliose sein. Weitere mögliche Erkrankungen, die zu einer Uveitis führen, sind auch die Sarkoidose sowie Infektionen mit dem Parasiten Toxoplasma gondii, der häufig durch Katzen übertragen wird. Schwere Entzündungen können bei immungeschwächten Patienten auftreten, zum Beispiel ausgelöst durch Aids-Viren oder auch durch den Hautpilz Candida. Etwa 100 verschiedene Ursachen für eine Uveitis sind möglich.

Nur bei rechtzeitiger Behandlung durch einen Augenarzt können schwere Folgeschäden verhindert werden, warnt das Deutsche Grüne Kreuz (DGK). Die Therapie ist häufig kompliziert und abhängig von der Ursache – sofern sie bekannt ist. Daher wird ein qualifizierter Augenarzt die Uveitis ganzheitlich diagnostizieren und behandeln, häufig ist jedoch auch die Zusammenarbeit mit anderen Ärzten notwendig.

Gegen die Gefahr der Verklebung von Linse und Regenbogenhaut wird die Pupille mit speziellen Augentropfen geweitet, was bei der akuten Form meist schon zu einem Verschwinden der Schmerzen führt, betont das DGK. Im Mittelpunkt der Behandlung stehe die Bekämpfung der Entzündung. Während im Anfangsstadium insbesondere bei der Regenbogenhautentzündung die Therapie mit kortisonhaltigen Tropfen erfolgreich sei, könne in späteren Stadien die Gabe von Kortisontabletten oder sogar Immunsuppressiva notwendig werden. Bei schweren Formen der Uveitis müsse der Glaskörper operativ entfernt werden.

Oftmals wird auch eine „Klimatherapie“ am Toten Meer in Israel oder eine künstliche „UVA-1-Lichttherapie“ angewendet. Dabei wird der ganze Körper, aber gerade nicht die Augen, mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Und das etwa dreimal die Woche über drei Monate.

Rat des DGK: Auch bei einem unbedeutend erscheinenden „roten Auge“, das sich nach ein bis zwei Tagen nicht spontan bessert, sollte dringend der Augenarzt aufgesucht werden.

WANC 19.09.05
Augen: Spiegel des Körpers

Bundesverband der Augenärzte

 
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