Glaukom: Tee senkt das Erkrankungsrisiko
 

Beim grünen Star werden die Nerven des Sehnervs in der Regel durch einen erhöhten Augeninnendruck oder eine Durchblutungsstörung geschädigt. Wird ein Glaukom nicht behandelt, kann es zum Erblinden führen. Die Frage stellt sich, wie man einer Glaukomerkrankung vorbeugen kann? Antworten gibt es darauf inzwischen einige. Einige Untersuchungen weisen darauf hin, dass auch die Ernährung ein Rolle spielen kann. Eine ganz neue Studie will nachweisen, dass Tee das Erkrankungsrisiko senken kann.

Ein wichtiger Grund für das Entstehen von grünem Star sind die Durchblutungsstörungen im Auge. Der Sehnerv wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, weil die Gefäße verstopfen. Das kann die Folge der Ernährungs- und Lebensweise, des Alters, mangelnder Bewegung, von Übergewicht und Rauchen sein.

Ein Glaukom kann man behandeln, schon entstandene Sehschäden aber nicht mehr rückgängig machen. Um die Durchblutung des Auges zu verbessern und den Augeninnendruck zu senken, gibt es verschiedenen Medikamente. Wenn die nicht ausreichen oder helfen, dann bleibt nur die Operation.

Natürlich fragen sich viele, wie man das verhindern und einer Glaukomerkrankung vorbeugen kann? Viele Ratschläge setzen bei der Ernährung an. So soll der Verzehr von nitratreichem Gemüse (z.B. Grünkohl, Brokkoli, Weisskohl, Blattsalate, Kresse,  Sellerie, Radieschen, Rettich, Spinat, Mangold, Rote Beete). Laut einer an der medizinischen Fakultät der Universität Boston durchgeführten Analyse bei über 100.000 Menschen, verminderte sich die Gefahr für ein Glaukom bei denjenigen, die täglich 240 mg Nitrat in Form von Gemüse zu sich nahmen um bis zu 50%. 240 mg Nitrat stecken u.a. in 100 Gr. Feldsalat, 150 Gr. Kohlrabi, 150 Gr. Brokkoli.

Eine weitere Studie besagt, dass eine sogenannte mediterrane Ernährung - also viel frische Früchte und viel frisches Gemüse - sowie ausreichen sportlicher Bewegung gegen Glaukom schützen soll. Es gibt auch Hinweise, dass Kurkuma (gelber Ingwer oder Gelbwurz) gegen die Augenerkrankung helfen soll, genauso wie Vitamin-D, Omega-3-Fettsäuren und Ginkgo Biloba, Ginseng, Quercetin, Resveratrol und Zeaxanthin.

Was davon nun wirklich wirkt, ist zum großen Teil wissenschaftlich gar nicht untersucht. Auch sind manche Empfehlung wohl eher weniger richtig. Ein Beispiel: Das Zentrum der Gesundheit schreibt: „Wer viel Kaffee trinkt, bekommt häufiger grünen Star, so weiss man.“ Weiss man das wirklich?

Eine kürzlich durchgeführte Auswertung von Gesundheitsdaten von 1678 Patienten ergab, dass 5,1% an Glaukom erkrankten. Diejenigen, die täglich mindestens eine Tasse heißen Tee tranken, hatten ein um 74% vermindertes Erkrankungsrisiko. Der Konsum von Kaffee, Iced Tea, entkoffeiniertem Tee und Limonaden keinen Einfluß auf das Erkrankungsrisiko - sie senkten die Gefahr für ein Glaukom zwar nicht, sie steigerten es aber auch nicht.

Was man aus diesen Ergebnissen entnehmen kann? Heißer Tee - und nicht nur grüner Tee - scheint gegen grünen Star vorzubeugen. Die Angst, dass Kaffee das Gegenteil bewirkt, ist wohl eher unbegründet. Warum gerade Tee so positiv wirkt, lässt sich offenbar eher mit den im Tee enthaltenen Stoffen als mit Koffein (auch Tee enthält Koffein - auch Teein genannt - nämlich ca. 50 mg) erklären. Diese Inhaltsstoffe - wie Theobromin und Theophyllin (dienen in Arzneimitteln als Entzündungshemmer), ätherische Öle, sekundäre Pflanzenstoffe, Kalium, Mangan und Vitamin B. In entkoffeiniertem Tee finden sich von diesen Antioxidantien in viel geringeren Mengen.

Allerdings: Auch diese Studie liefert nicht eine Sicherheit, dass der Genuss von Tee wirklich gegen grünen Star vorbeugt. Das Deutsche Ärzteblatt bewertet das so: „Da es sich um eine Beobachtungsstudie handle, lässt die Studie aber nur Vermutung zu. Ein kausaler Zusammenhang kann nicht abgeleitet werden. Zudem schränkt die relativ kleine Teilnehmerzahl die Aussagekraft ein. Unbekannt bleiben auch Informationen zur konsumierten Teemenge, zur Teesorte und der Tee-Ziehzeit – alles Faktoren, die relevant sein könnten.“

19.12.2017 cs/ Quelle: Br J Ophthalmol





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