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Hauterkrankungen im Mund: Wenn Essen und Trinken zur Qual werden

Meist bilden sich kleine Geschwüre auf der Schleimhaut im Mundinneren oder auf der Zunge. Beim Essen, Trinken und Zähnten brennen und schmerzen diese Stellen höllisch. Das ist Lichen planus, eine Hauterkrankung. Das Problem: Die Behandlung dauert meist lange, es kommt häufig zu Wiedererkrankungen und bei einem lang anhaltenden Krankheitsverlauf kann sich in seltenen Fällen Krebs bilden.

Torsten Remmerbach, Professor für klinische und experimentelle orale Medizin an der Universitätszahnklinik Leipzig, beschreibt die Erkrankung so: Es bilden sich netzförmige weiße Streifen auf der Mundschleimhaut und häufig geschwürartige Schäden an Mundschleimhaut und Zunge. Die machen Essen und Trinken zur Qual, vor allem wenn Obst, Säfte, Wein oder scharf gewürzte Speisen die entzündete Schleimhaut reizen und der ganze Mund schmerzt.

Bis zu 2% der Erwachsenen leiden an Lichen planus. Die Erkrankung tritt nicht nur im Mundinnenraum auf, sondern auch an den Beugeseiten von Handgelenken und Unterarmen, an den Fußgelenken, am Penis, Nägeln und Kopfhaut. Betroffen sind Männer und Frauen zwischen 30 und 60 Jahren, insbesondere aber Frauen über 40. Die Erkrankung entsteht wahrscheinlich aus der Fehlleitung des Immunsystems - wie Neurodermitis handelt es sich bei Lichen planus also um eine sogenannte Autoimmunerkrankung, d.h. die körpereigene Abwehr wendet sich gegen gesundes Gewebe und schädigt es.

Remmerbach was das für die Betroffenen bedeutet: Die Erkrankung ist schwerlich heilbar und kann immer wiederkehren. In weniger als 1% der Fälle kann sich Lichen planus zu einem bösartigem Tumor der Mundschleimhaut entwickeln (Plattenepithelkarzinom).

Um die Entzündung zum Abklingen zu bringen, wird  für die Dauer von zwei bis drei Wochen in der Mundhöhle eine Kortisosalbe auf die befallenen Schleimhautstellen aufgebracht. Manchmal kommen auch Spüllösungen zum Einsatz. Bei besonders schweren Fällen verschreiben Ärzte Kortikoide als Tabletten, betont Remmerbach. Eine Behandlung habe aber nur Aufsicht auf Erfolg, wenn das Gebiss in Ordnung sei, es also keine Löcher in den Zähnen gebe, die Prothesen stimmten und der Zahnstein entfernt worden sein. Denn, so Remmerbach, ohne umfassende Mundhygiene und Beseitigung aller chronischen Reize in der Mundhöhle könne "die medikamentöse Behandlung der Entzündung nicht optimal greifen".

Berliner Ärzteblatt 05.03.2013/ Quelle: Universitätsklinikum Leipzig
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Gesunder Mund: Krebsprävention

 
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