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Makuladegeneration: Schweren Sehverlust vermeiden

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist - wie der Name schon sagt - eine mit dem Alter zunehmende Verschlechterung des scharfen Sehens. Dabei wird das Gewebe im Netzhautzentrum (Makula) langsam zerstört. Vor mehr als zehn Jahren hat eine Studie gezeigt, dass die Einnahme einer Kombination von Nahrungsergänzungsmitteln das Voranschreiten des Sehverlustes aufhalten kann. Nun hat eine Nachuntersuchung ermittelt, dass eine Veränderung der Zusammensetzung nicht viel bewirkt.

Die Ergebnisse wurden im Oktober 2001 veröffentlicht. Damals war das schon eine Überraschung, dass die täglich Einnahme einer Kombination von Vitamin C und E sowie beta-Carotin, Zink und Kupfer das Risiko des Voranschreitens der AMD vermindern konnte. Doch genau das war das Ergebnis der Age-Related Eye Disease Study (ARED). Demnach betrug das Risiko für AMD-Patienten, eine erhebliche Sehminderung (fortgeschrittener Erkrankungsgrad: feuchte AMD) zu erleiden, 20%, wenn sie die Kombination aus Antioxidantien und Zink einnahmen. Wenn sie die Mittel nicht verwendeten, lag ihr Risiko bei fast 30%.

Dazu muss man allerdings wissen, dass bei einer ersten Auswertung der Ergebnisse überhaupt kein Effekt fest gestellt wurde. Die positive Wirkung zeigt sich erst, als man nach Erkrankungsschwere unterschied. Dabei profitierte von der Medikamentenkombination nur in die Gruppe von Patienten, die unter einer "fortgeschrittenen" Form der AMD litten. Fortgeschritten ist eine AMD, wenn der Augenhintergrund schon stark geschädigt ist, aber immer noch eine "trockene" AMD vorliegt. Bei diesen Patienten konnte das Voranschreiten zu einer feuchten AMD verzögert werden.

Trocken bedeutet: Die Netzhaut verliert langsam an Sehkraft, zuerst verschwimmen nur einzelne Buchstaben, Farben lassen nach, dann wird das Erkennen von Gesichtern, Ampeln und Verkehrsschildern immer schwieriger, Lesen ist kaum noch möglich. Eine Steigerung des Verlustes an Sehvermögen ist die feuchte AMD, bei der das Blickfeld mit schwarzen Flecken durchsetzt ist. Unbehandelt kann das zur Blindheit führen.

Im Laufe der Zeit hat sich aber erwiesen, dass die Kombination ein paar Tücken hat. So können hohe Dosen von Beta-Karotin bei Rauchern oder Ex-Rauchern das Lungenkrebsrisiko steigern. Außerdem hatten weitere Forschungen ergeben, dass Lutein und Zeaxanthin das Voranschreiten der AMD aufhalten können. In einer neuen Studie wurde deshalb geprüft, ob andere Zusammensetzungen das Ergebnis der AREDs-Studie verändern würden.

Untersucht wurde die Original-AREDS-Zusammensetzung mit 500 mg Vitamin C, 400 internationale Einheiten Vitamin E, 15 mg beta-Carotin, 80 mg Zink und 2 mg Kupfer. Dann wurden andere Kombination mit Lutein und Zeaxanthin, mit DHA plus EPA (Omeag-3-Fettsäuren) oder einzeln, ohne Beta-Carotin, oder weniger Zink oder beides zusammen ausprobiert. Insgesamt erhielten 4298 AMD-Patienten im Alter von 50 bis 85 Jahren die unterschiedlichen Zusammensetzungen.  Doch die Auswirkung auf die Verminderung des Voranschreitend der AMD unterschied sich kaum.

Die Wissenschaftler sagen nun, dass die Medikamentenkombination ohne Risiko an verschiedene Ausgangssituationen angepasst werden kann. Raucher sollten also auf Beta-Carotin verzichten und statt dessen Latein plus Zeaxanthin verwenden.
 
Berliner Ärzteblatt 07.05.2013/ Quelle: JAMA. 2013
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