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Ob eine professionelle Zahnreinigung wirklich etwas bringt, bleibt einer Studie zur Folge unklar (Foto: DAK/Wigger)
Ob eine professionelle Zahnreinigung wirklich etwas bringt, bleibt einer Studie zur Folge unklar (Foto: DAK/Wigger)
Professionelle Zahnreinigung: Unklarer Nutzen

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) wird von Zahnärzten gerne als vorbeugende aber auch kosmetische Maßnahme angepriesen. Nicht ohne Grund. Denn der Patient muss für sie extra zahlen - sie gehört zu den sogenannten Eigenleistungen. Doch nutzt die PZR überhaupt etwas? Wohl nicht so viel, wie versprochen. Eine Untersuchung bewertet den Nutzen als unklar.

Die Bundeszahnärztekammer lobt die PZR: "Die PZR ist eine Intensivreinigung mit Spezialinstrumenten, mit dem Ziel, alle krank machenden oder kosmetisch störenden Beläge auf der Zahnoberfläche zu entfernen." PZR soll also nicht nur effektiv Karies und Parodontitis vorbeugen, sondern auch das Aussehen der Zähne verbessern, schwärmt die Kammer. Sie weiß auch, warum PZR so notwendig gebraucht wird: Die häusliche Mundhygiene reiche zur Prophylaxe im Normalfall nicht aus.

Die Gesundheitskasse AOK sieht in der PZR eine Art Frühjahrsputz, bei der alle länger vernachlässigten und/oder schwer zugänglichen Stellen im Gebissstellt gereinigt werden. Die PZR sei einerseits eine wissenschaftlich anerkannte Methode zur Vorbeugung gegen die beiden häufigsten Krankheiten im Zahn-, Mund- und Kieferbereich - nämlich Karies und Zahnbetterkrankungen, andererseits im Falle einer Zahnbetterkrankung unverzichtbar für einen erfolgreichen Verlauf der Vor- und Nachbehandlung. Dennoch übernehmen Krankenkassen nur einmal pro Jahr die Kosten für ein Entfernen des Zahnsteins, sowie für eine Untersuchung alle sechs Monate. Alles, was darüber hinaus geht, muss der Versicherte als Eigenleistung („Individuelle Gesundheitsleistung“, kurz IGeL) selbst zahlen.
 
Der IGeL-Monitor hat nun geprüft, welchen Nutzen eine PZR hat. Dazu haben Wissenschaftler die aktuelle Studienlage zur PZR bei Erwachsenen ohne Parodontitis (Entzündung des Halteapparates) gesichtet und hinsichtlich ihres medizinischen Nutzens ausgewertet. Enttäuschung: Aussagekräftigen Studien, die eine Antwort darauf geben, ob die professionelle Zahnreinigung tatsächlich die Zahngesundheit positiv beeinflusst, gibt es gar nicht. Eine Studie, die das Thema zumindest berührt, lässt laut IGeL-Monitor den Schluss zu, dass eine Anleitung zu richtiger Zahnpflege zu einem besser gepflegten Gebiss und selteneren Zahnfleischentzündungen führt.

Die Patienten, denen zusätzlich eine professionelle Zahnreinigung angeboten wurde, hatten aber keine besseren Zähne als die ohne PZR. Die Aussage der Bundeszahnärztekammer, dass "die PZR für eine günstige Prognose bezüglich der Lebensdauer von Füllungen, Zahnersatz und Implantaten" sorgt, scheint durch wissenschaftliche Studien nicht bestätigt zu werden. Allerdings: Auch über mögliche Schäden der professionellen Zahnreinigung gab es wenige Erkenntnisse.
 
Der IGeL-Monitor stuft den Nutzen der PZR bei Erwachsenen ohne Parodontitis deshalb mit „unklar“ ein.
 
Berliner Ärzteblatt 12.10.2012/ Quelle: Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund
der Krankenkassen e.V. (MDS)
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