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Deutsche Krebshilfe
Warnplakat der Deutchen Krebshilfe: Krebsgefahr aus der Röhre
Solarien: Hauptsache braun, Hautschaden egal

Manche beginnen schon im Alter von zehn Jahren. Vielen bedeutet die sonnen gebräunte Haut anscheinend alles. Denn künstliches Bräunen schadet der Haut, kann sogar Hautkrebs hervorrufen. Gerade bei Kindern ist das Risiko extrem hoch.

„Vielen Solariennutzern scheint gebräunte Haut offenbar so wichtig zu sein, dass sie wissentlich ein erhöhtes Hautkrebsrisiko in Kauf nehmen,“ wundert sich Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe e.V.

Wer sich die Ergebnisse der „SUN-Study 2008“, einer Umfrage zur Solariennutzung in Deutschland, anschaut, der kann solche Schlüsse ziehen. Denn von den rund 14 Millionen Solariennutzern zwischen 18 und 45 Jahren hat mehr als ein Viertel bereits im Alter von 10 bis 17 Jahren mit dem künstlichen Bräunen begonnen.

Bereits Zwölfjährige, vor allem Mädchen, bräunten ihre Haut in Solarien, weiß Nettekoven zu berichten. „Kinder und Jugendliche sind jedoch besonders anfällig für die negativen Wirkungen der UV-Strahlung auf die Hautzellen,“ warnt er. Experten merken sarkastisch an, dass man sich schon heute ausrechnen könne, wie viel mehr Hautkrebsfälle in den nächsten Jahren entstehen werden. Professor Dr. Eckhard W. Breitbart, zweiter Vorsitzender der ADP: „Wer vor dem 35. Lebensjahr mit der Solariennutzung beginnt, verdoppelt nahezu sein Risiko, später an dem gefährlichen ‚Schwarzen Hautkrebs’ zu erkranken.“

Dass Kinder und Jugendliche sich überhaupt sonnen dürfen, ist eigentlich ein Unding.  Kontrollen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) der letzten Monate zeigten: Auf freiwillige Vereinbarungen mit den Sonnenstudios ist kein Verlass. Unter 18-Jährige hätten nach wie vor Zugang zu den Studios.

Die meisten der bundesweit mehr als 5000 Sonnenstudios wiesen trotz zahlreicher Appelle immer noch erhebliche Defizite auf, sagte Nettekoven. In zwei von drei Solarien werde nicht über die Gesundheitsrisiken der UV-Strahlung aufgeklärt, in mehr als jedem zweiten Studio erfolge kein Hinweis auf notwendige Schutzbrillen, bei fast ebenso vielen keine Beratung zum Hauttyp.

„Aber auch fünf Jahre nach Erstellung der freiwilligen Vereinbarung werden die Mindeststandards in den meisten Sonnenstudios immer noch nicht erfüllt“, ärgert sich Dr. Rüdiger Greinert, Generalsekretär der europäischen Gesellschaft zur Prävention von Hautkrebs (EUROSKIN).

Die Grundlage für die freiwillige Regulierung von Sonnenstudios in Europa ist der von internationalen Experten erstellte „Code of Practice for Artificial Tanning“. Als Mindeststandards zur Sicherheit für die Nutzer gelten ein Verbot der Nutzung von Solarien für unter 18-Jährige, eine Beschränkung der Bestrahlungsstärke in Sonnenstudios, der Schutz vor Sonnenbränden, ausgebildetes Personal, das Verbot von Münz-Solarien, ein Verzicht auf Bräunungsbeschleuniger und keine Werbung mit möglichen biopositiven Effekten.

Zu therapeutischen Zwecken darf UV-Strahlung nur in Kliniken oder in ärztlichen Praxen eingesetzt werden. Zudem weist der „Code of Practice“ darauf hin, dass die Deckung des Vitamin-D-Bedarfs nicht durch den Besuch von Sonnenstudios gewährleistet werden soll.

„Diese Mindeststandards können aus unserer Sicht in Deutschland und Europa nur auf gesetzlichem Wege verankert werden“, fordert Greinert. Um die Jugendlichen zu schützen, wird deshalb ein gesetzliches Solarien-Nutzungsverbot für unter 18-Jährige gefordert.

Angefangen werden soll aber auch schon früher: bei der Aufklärung der Eltern. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir Eltern gut für die Gesundheitsvorsorge bei ihren Kindern gewinnen können, wenn wir an ihre Vorbildfunktion appellieren“, betont Dr. Herbert Grundhewer, Mitglied des Ausschusses für Prävention und Frühtherapie des Berufsverbandes der deutschen Kinder- und Jugendärzte. „Wir wollen deshalb gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe und der ADP die Eltern direkt in der pädiatrischen Praxis auf das Thema Hautkrebs-Prävention ansprechen.“

Hautkrebs

Früh erkannt, ist Hautkrebs fast zu 100 Prozent heilbar. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 140.000 Menschen neu an Hautkrebs, mindestens 22.000 davon am besonders gefährlichen Malignen Melanom, dem so genannten Schwarzen Hautkrebs. Dieser führt bei rund 3.000 Betroffenen jährlich zum Tode. Die sehr viel häufigeren auch als „weißer Hautkrebs“ bezeichneten Hautkrebserkrankungen – das Basalzellkarzinom und das spinozelluläre Karzinom – bilden selten Metastasen und sind früh erkannt heilbar.

WANC 28.11.08, Quelle: Deutsche Krebshilfe, Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP)

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