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Aknemittel Isotretinoin: Risikant für das Baby

Akne ist eine lästige Begleiterscheinung der Pubertät. Wer so denkt, liegt leider falsch. Zwar leiden acht bis neun von zehn Jugendlichen unter Akne. Doch bis zu 20% der Betroffenen behalten auch noch als Erwachsene ihre Hautprobleme. Wenn es sich um eine schwere Form der Akne handelt, dann gesellt sich zum Problem mit der Haut das Problem der Psyche. Akne kann sehr belasten. Patienten mit schwerer Akne werden häufig mit einem Medikamente mit dem Wirkstoff Isotretinoin behandelt. Doch für Mädchen und Frauen gilt in diesem Fall besondere Vorsicht.

Patienten, die sehr unter Akne gelitten haben, berichten von wirklichen Verbesserungen und keinem Auftreten von größeren Entzündungen nach einer Anfangsverschlechterung. Manche – nicht alle – sagen, dass sie ihre Akne los geworden sind. Die Rede ist von dem Wirkstoff Isotretinoin, den Patienten mit schwerer Akne verschreiben bekommen. Doch obwohl das Medikament bei vielen anscheinend wirkt, ist es nicht ohne Probleme.

Denn der Wirkstoff ist durchaus kritisch, weil seine Nebenwirkungen nicht unerheblich sind. So werden dem Aknemittel ein erhöhtes Risiko für Magen-Darmerkrankungen, allergische Reaktionen, Diabetes, Leber- und Nierenentzündungen, Fettstoffwechselstörungen, Anämie (Mangel an roten Blutkörperchen), Sehstörungen, Hautreizungen sowie Depressionen nachgesagt und in einer Informationsbroschüre für Patienten/innen, die das Mittel einnehmen sollen, auch aufgeführt.

Hingewiesen wird in dieser Broschüre auch deutlich darauf, dass Isotretinoin stark teratogen ist, “was bedeutet, dass bei Einnahme von /.../ während der Schwangerschaft für Ihr ungeborenes Kind ein extrem hohes Risiko besteht, dass es mit schweren Mißbildungen zur Welt kommt.” Deshalb auch die deutliche Warnung: „Sie dürfen Isotretinoin auf keinen Fall einnehmen, wenn Sie schwanger sind. Sie dürfen während und einen Monat nach dem Ende der Behandlung mit Isotretinoin auf keinen Fall schwanger werden.“

Deutlicher geht es kaum. Sollte man denken Doch die Techniker Krankenkasse (TK) hat nun festgestellt, dass immer mehr Frauen den kritischen Wirkstoff verschrieben erhalten. Im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr 6% mehr und im Jahr 2010 im Vergleich zu 2009 sogar 13%. Dr. Christof Schaefer von der Charité in Berlin berichtet Erschreckendes: "Wir beobachten, dass es Patientinnen gibt, die trotz der strengen Vorgaben zur Verhütung während der Aknetherapie mit Isotretinoin schwanger werden. Studien zeigen, dass nur sechs bis 26 Prozent der Isotretinoin-Verordnungen in voller Übereinstimmung mit den vorgesehenen Schwangerschaftsverhütungsprogrammen erfolgen."

Warum Verhütungsmaßnahmen trotz aller Warnungen nicht sicher verfolgt werden, scheint keine Frage der Bildung zu sein. Betroffenen Frauen, die nicht verhütet hatten, wiesen zu einem hohen Prozentsatz eine höhere Bildung auf, viele arbeiteten sogar im Gesundheitswesen. Schaefer vermutet, dass die Patientinnen angenommen hatten, nicht schwanger werden zu können. Oder, dass eine neue Partnerschaft auf Grund der gebesserten Akne, zu einem unerwarteten Ereignis geführt hätte.

Berliner Ärzteblatt 01.10.2012/ Quelle: Techniker Krankenkasse, Deutsches Ärzteblatt, BfArM, IQWiG

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