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Rothaarige haben wegen eines fehlenden Pigmentes ein höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken (Foto: stck.xchng, Image ID: 1199922)
Rothaarige haben wegen eines fehlenden Pigmentes ein höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken (Foto: stck.xchng, Image ID: 1199922)
Rote Haare: Risiko für Hautkrebs

Menschen mit roten Haaren werden oft in der Sonne nicht braun. Meist bekommen sie schnell einen Sonnenbrand und tragen ein besonders hohes Risiko, an schwarzem Hautkrebs (Malignes Melanom) zu erkranken. Wissenschaftler haben jetzt aber festgestellt, dass dafür wohl nicht die ultraviolette Strahlen (UV-Strahlen) ausschlaggebend ist. Vielmehr scheint ein für Rothaarige typisches Pigment die Krebsentstehung zu begünstigen.

Der Pathologe Dr. Jochen Lennerz, Ulm, hat folgende Beobachtung gemacht: „Im Gegensatz zu anderen Hautkrebsarten entstehen maligne Melanome auch auf Hautarealen, die nie der Sonne ausgesetzt sind. Neben dem Hauptrisikofaktor UV-Exposition begünstigen womöglich weitere Einflüsse Hautkrebserkrankungen.“ Den Grund dafür kennt Lennerz mittlerweile. Rothaarige Menschen haben oft eine helle, mit Sommersprossen bedeckte Haut. Verantwortlich dafür ist eine bestimmte Genvariante, die die Produktion von Phäomelanin – das ist ein rot-gelbes Pigment - antreibt. Phäomelanin schützt aber kaum vor ultravioletten Strahlen. Bei Menschen mit dunkler Haut herrscht dagegen das schwarz-braune Pigment Eumelanin vor. Und das bewahrt diese Personen vor größeren Sonnenschäden.

Phäomelanin scheint darüber hinaus eine unangenehme Begleiterscheinung zu haben. Es erhöht das Risiko, maligne Melanome auch ohne ultraviolette Strahlen zu entwickeln. Im Laborversuch beobachteten die Wissenschaftler an Mäusen, die keine Pigmente wie Phäomelanin produzieren konnten, dass ohne UV-Bestrahlung keine Maus an schwarzem Hautkrebs erkrankte. Mäuse mit Phäomelanin wiesen dagegen auffällige Hautschäden auf. Lennerz folgert daraus, dass dieses Pigment einen schädigenden Einfluss auf die Haut nimmt und der Entstehung von Krebs Vorschub leistet. Er zählt Menschen mit dem rot-gelben Pigmenttyp deshalb zu den Hochrisikogruppen, für die allerdings noch geeignete Präventionsstrategien entwickelt werden müssten.

Berliner Ärzteblatt 02.11.2012/ Quelle: Nature DOI 10.1038/nature11624
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