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Neurodermitits: Bei Pollenflug schlimmer

Ob Pollenflug z.B. von Gräsern einen Einfluss auf Neurodermitis hat, wird von Ärzten seit sehr vielen Jahren diskutiert. Betroffene wussten es dagegen schon länger, ihnen ging es in diesen Zeiten nämlich deutlich schlechter. Nun haben Allergologen und Dermatologen in einer Studie tatsächlich nachgewiesen, dass Neuordermitiker auf Pollenflug mit deutlich sichtbaren Schüben der Neurodermitis reagieren.

Getestet wurde das auf einer "Wiese im Labor". In einem derartigen sogenannten Pollenprovokationsraum fliegen Gräserpollen wie auf einer natürlichen Sommerwiese.  Das Hautbild der Patienten mit atopischer Dermatitis - eine andere medizinische Bezeichnung für Neurodermitis - verschlechterte sich daraufhin innerhalb von Stunden signifikant, wie Wissenschaftler eine deutlich wahrnehmbare Veränderung umschreiben. Gemessen wurde das mit einem bestimmten Score (Bewertungssystem für Messungen, der sich SCORAD nennt und Hautveränderungen wie Erstem, Infiltration, Krusten, Kratzartefakte, Lichenifikation, Trockenheit nicht befallener Haut anhand einer Punkteskala von 0 = nicht vorhanden, 1 = mild, 2 = moderat, 3 = schwer bewertet).

Vor allem nahm die Bildung von Ekzemen/Ausschlägen auf unbedeckten Hautarealen zu. Darüber hinaus zeigte sich, dass im Blut dieser Patienten Marker für allergische Entzündungen anstiegen. Das betraf insbesondere CCL17, CCL22, and IL-4 . Das sind Proteine bzw. Botenstoffe des Immunsystems, die in hoher Konzentration Gewebe schädigen können.

Das Fraunhofer- Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM liefert zu Neurodermitis folgende Informationen:
Neurodermitis ist eine quälend juckende Hauterkrankung, deren Häufigkeit in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen hat und auch weiterhin zunimmt. Ihre Behandlung ist nach wie vor besonders schwierig, auch weil die Faktoren, die die Krankheit auslösen individuell sehr unterschiedlich sind.
Die derzeit verfügbaren Therapien zur Behandlung der Neurodermitis zielen darauf ab, die Entzündungsreaktion mit breit wirksamen Medikamenten wie Kortikosteroiden zu unterdrücken. Ein gänzlich neuer Weg könnte mit einer neuartigen Behandlungsform beschritten werden, nämlich mit der Verwendung von DNAzymen – synthetischen DNA-Molekülen mit Enzymaktivität.
Der Wirkstoff mit der Bezeichnung »SB010« wird bisher zur Verwendung bei allergischem Asthma getestet und basiert auf der Hemmung des Transkriptionsfaktors GATA-3, der für Entzündungsreaktionen und damit einhergehende Symptome verantwortlich ist. Eine 28-tägige Behandlung mit »SB010« führte im Vergleich zu Placebo nach spezifischer Allergenprovokation zu einer signifikanten Verbesserung der Lungenfunktion. »SB010« erwies sich außerdem als sicher und gut verträglich. Ob das DNAzym »SB010« auch für eine Therapie der Neurodermitis eingesetzt werden kann, wird nun untersucht.

17.06.2015/ Quelle: J Allergy Clin Immunol.

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