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Papain ist in der Haut und den Kernen der Papayafrucht enthalten (Foto: w.r.wagner/ pixelio.de)
Papain ist in der Haut und den Kernen der Papayafrucht enthalten (Foto: w.r.wagner/ pixelio.de)
Papain in Kosmetika kann Allergien hervorrufen

Papain ist ein Stoff, der in der Melonenfrucht Papaya anzutreffen ist. Genau genommen ist es ein Enzym, das die Pflanze als Abwehrmittel nutzt, um sich vor Schädlingen zu schützen. Papain ist der Grund, warum die Papaya mittlerweile von vielen als gesundheitliche Wunderfrucht gefeiert wird. Unter anderem auch, weil der Stoff als Bestandteil von kosmetischen Produkten die Haut reinigen und glätten sowie Entzündungen beseitigen soll. Doch Papain kann auch anders: nämlich Allergien auslösen.

Gelobt wird die Papaya als tropischer Alleskönner und als Gesundheitsfrucht aus den Tropen. Doch die "tropische Offenbarung" soll nicht nur gut schmecken, sondern auch "von enormem gesundheitlichen Wert" sein. Dieser rührt u.a. von dem Papain her, einem in der Schale und den Kernen enthaltenen Enzym, das Eiweiß spalten kann. Deshalb wird es von der Lebensmittelindustrie als Weichmacher von Fleisch, in Reinigungsmitteln sowie von Textilherstellern zum Verhindern von Schrumpfen und Verfilzen von Wolle und Seide eingesetzt.

Als Gesundheitswunder wird es in verschiedenen Magen-Darm-Präparaten verwendet, um die Verdauung anzukurbeln. Darüber hinaus soll es als Schlankmacher, Faltenglätter, Cholesterinsenker, Herzstärker, Wundheiler, Fruchtbarkeitsstärker und als Krebsbesieger wirksam sein. Die Kosmetikindustrie macht sich Papain gerne zu nutze, weil seine antientzündlichen Fähigkeiten Pickeln den Garaus machen und die Wundheilung beschleunigen kann. Außerdem soll der Stoff die Elastizität der Haut erhöhen und gegen Falten aktiv werden sowie abgestorbene Hautzellen entfernen und den Teint straffen.

Doch wie eine neue Studie jetzt belegt, ist die exotische Frucht nicht nur gut, sondern auch giftig. Werden große Mengen von Papaya verzehrt - z.B. im Rahmen einer Papaya-Diät - ist die Schilddrüse gefährdet. Auch der austretende Milchsaft - in dem Papain vorkommt - gilt als giftig. Laut Sicherheitsdatenblatt der EG (EG-Richtlinie 91/155/EWG) muss Papain-Lösung als "Xn Gesundheitsschädlich" gekennzeichnet werden: "Reizt die Augen, Atmungsorgane und die Haut. Sensibilisierung durch Einatmen von Aerosolen möglich."

Die Studie an der Universität Wien zeigt, dass Papain die natürlichen Schutzmechanismen der Haut zerstört. Die Barrierenfunktionen der Haut gehen schon zwei Wochen, nachdem sie Papain ausgesetzt wurde, in die Brüche. Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich die Durchlässigkeit der Haut stark erhöhte und sie von Entzündungszellen besiedelt werden konnten. Außerdem bildeten sich Antikörper gegen Papain und die lösten in der Folge allergische Reaktionen aus.

Was die Sache besonders problematisch macht: Selbst nachdem man das Enzym Papain blockiert hatte, blieben die allergischen Reaktionen erhalten. Daher raten die Wissenschaftler Menschen mit sensibler Haut sowie Kindern dazu, Papain zu vermeiden. Das Enzym trägt die EC Number 3.4.22.2

20.04.2015/ Quelle: J Invest Dermatol

 
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