Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Neue Behandlungsalternative bei Psoriasis verspricht schnelle Hilfe

Psoriasis - auch Schuppenflechte genannt - gehört zu den Krankheiten, für die es bisher durch eine Behandlung keine Heilung, sondern lediglich eine Linderung der Symptome gab. Doch nun befindet sich eine neue Wirkstoffgruppe im Zulassungsprozeß, die neben einem Abklingen der Krankheitssymptome sogar eine vollständige Abheilung der Schädigungen der Haut versprechen.

Die Universität von Manchester meldet ganz euphorisch: In einer klinischen Studie hat ein neues Psoriasismedikament nach 12wöchiger Behandlung bei rund 40% der Patienten zu einer vollständigen Abheilung der Hautläsion geführt. Und bei fast 90% kam es zu einer deutlichen Besserung. Bei dem neuen Arzneimittel handelt es sich um Ixekizumab (Pharmaunternehmen: Lilly), einen Vertreter der sogenannten humanisierten monoklonalen Antikörper, der Interleukin 17A unschädlich macht.

Zur Erklärung: Monoklonale Antikörper dienen dazu, unerwünschte Reaktionen des Immunsystems zu unterdrücken, wie das auch bei Psoriasis der Fall ist. Interleukine sind Botenstoffe des Immunsystems und lösen Entzündungen zur Abwehr von Fremdstoffen, Mikroorganismen und Viren aus. Je spezifischer man in der Lage ist, bei einer sogenannten Autoimmunerkrankung (falsche und überschießende Reaktion des Immunsystems, die körpereigenes Gewebe angreift) Interleukine (bei Posoriasis Interleukin 17A) zu blockieren, desto besser ist die Wirkung und desto geringer sind Nebenwirkungen.

In zwei Studien wurden insgesamt 2470 Psoriasispatienten im Alter über 18 Jahren behandelt, bei denen mindestens der PASI-Score 12 diagnostiziert worden war. Der PASI-Score bezeichnet den Schweregrad von Psoriasis-Erkrankungen und kennzeichnet damit die Ausdehnung der Erkrankung  anhand der Rötung sowie der Dicke der Plaques und Schuppung. Die Skala reicht von 0 bis 72. Der PASI Score 10 sagt z.B. aus, dass zehn Prozent der Körperfläche betroffen sind und es sich damit um eine mittelschwere bis schwere Erkrankung handelt.

Die Patienten wurden in vier Therapiegruppen eingeteilt - eine erhielt ein Scheinmedikament, die andere die Standardbehandlung mit Etanercept (Enbrel), die dritte Ixekizumab als Injektion alle zwei und die vierte alle vier Wochen. Die Therapie wurde 12 Wochen lang durchgeführt. Eine Verminderung der Hautschäden um 75% erreichten in der Gruppe der alle zwei Wochen mit Ixekizumab 89,7% der behandelten Patienten, in der alle vier Wochen behandelten Gruppe 77,5% der Patienten. Eine vollständige Abheilung - also einer Verminderung der Hautschäden um 100% - schafften 41,6% bzw. 36%. Wie lange dieser Erfolg anhält, ist allerdings noch nicht dokumentiert.

Unerwünschte schwere Nebenwirkungen wurden bei 1,9% der mit Ixekizumab behandelten Patienten beobachtet. Die meisten Nebenwirkungen wurden als leicht bis mittelschwer klassifiziert. Am häufigsten traten Infektionen der oberen Atemwege, Reaktionen an der Injektionsstelle, Juckreiz, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen.

Neben Ixekizumab werden derzeit weitere, ähnlich gegen Schuppenflechte wirkende Arzneimittel getestet oder befinden sich im Zulassungsverfahren. Dazu gehören Apremilast (Otezla, Clegene) Secukinumab (Cosentyx, Novartis) und Brodalumab (Astrazeneca und Amgen), Die meisten dieser Wirkstoffe befinden sich derzeit in der Phase III der klinischen Studien, das bedeutet, dass sie nach dem positiven Abschluss zugelassen werden können.

18.06.2015/ Quelle: The Lancet

Hautentzündungen verhindern

Naturheilverfahren können bei Psoriasis helfen

Schuppenflechte: Teilungsaktivität der Oberhautzellen normalisieren

Schuppenflechte: Vorsicht im Beruf

Psoriasis: Nicht nur die Haut allein

 
Seite versenden  
Seite drucken