Psoriasis und Ernährung: Mittelmeerdiät verspricht Erleichterung
 

Inwieweit sich die Ernährung auf bestimmte Krankheiten auswirkt, wird kaum noch bestritten. Einen Zusammenhang zwischen Ernährung und der Schwere der Erkrankung bestätigen immer mehr Mediziner vor allem bei Entzündungen, also z.B. bei entzündlichen Herzerkrankungen, Rheuma und rheumatoider Arthritis. Auch Dermatologen finden Belege, dass insbesondere eine mediterrane Ernährungsweise bei der chronischen Entzündungskrankheit Schuppenflechte die Symptome lindern kann.

Die Selbsthilfegruppe Psoriasis Forum Berlin schreibt ein wenig desillusioniert: „Für die Schulmedizin gibt es keine eindeutige Diät, bei der nachgewiesen ist, dass sie die Psoriasis zurückdrängt.“ Und: „Es ist bekannt, dass einzelne Nähr- und Vitalstoffe, Vitamine und Genussmittel auf die Haut und auf Entzündungsprozesse wirken. Ob sie dann die Psoriasis tatsächlich beeinflussen, ist nicht bewiesen. Manche Diätexperten empfehlen etwas, von dem andere wiederum abraten.“

Die Unsicherheit und Verwirrung könnte bald ein Ende haben. Denn die Vorzüge einen Mittelmeerdiät für die Gesundheit werden durch immer mehr Studien unterstrichen. Wie eine Mittelmeerküche aussieht, beschreibt das Deutsche Ärzteblatt so: „Die traditionelle Mittelmeerküche legt den Schwerpunkt auf Gemüse, Salat, Obst und Nüsse. Als Fett wird vor allem Olivenöl verwendet. Fisch und Meeresfrüchte ersetzen rotes Fleisch. Die Mittelmeerküche schränkt damit die Zufuhr von gesättigten Fettsäuren, Häme und Eisen ein, denen Ernährungswissenschaftler proinflamma­torische Eigenschaften zuschreiben, während Pflanzenfette und die im Rotwein enthaltenen Polyphenole Entzündungsreaktionen dämpfen sollen.“

Welche Auswirkungen eine derartige Diät auf die Schuppenflechte hat, hat nun eine Studie mit 35. 735 Frauen und Männern gemacht, von denen 3.557 unter einer Psoriasis litten. Als schwer wurde die Erkrankung bei 878 (24,7% der  Erkrankungsfälle) diagnostiziert. Während des Beobachtungszeitraum von 2009 bis 2017 traten 299 neue Fälle auf.

Erhoben und mit einem Punktesystem (MEDI-LITE-Score) bewertet wurde bei den Teilnehmern in welchem Umfang sie sich mit einer Mittelmeerkost ernährten. Der MEDI-LITE-Score vergibt Punkte z.B. dafür, welche Nahrungsmittel man verzehrt, die als mediterrane Ernährung bezeichnet werden. So werden für den Konsum von Früchten, Gemüse, Fisch und Vollkornprodukten 2 Punkte bei einem hohen Verzehr, 1 Punkt bei mittleren Mengen und und 0 Punkte bei geringen Mengen vergeben.

Dabei stellte sich heraus, dass in einem mittleren Bereich (MEDI-LITE-Score 8 -9) der Intensität, die mediterrane Diät zu befolgen, das Risiko für eine schwere Schuppenflechte um 29% sank. Bei einem hohen MEDI-LITE-Score (10 - 18) verminderte sich das Risiko um 22%.

Anmerkung der Redaktion: Dass mehr Mittelmeerdiät nicht mehr Verbesserung der Krankheitssymptome bringt, sondern „nur“ ein durchschnittliches Befolgen der mediterranen Ernährungsweise, hat Kritiker auf den Plan gerufen. Die Empfehlung der Studienautoren, dass eine mediterrane Ernährung die Progression der Psoriasis verlangsamen könnte, sei mit Vorsicht zu genießen. Schuppenflechte-Patienten dürfte das aber ziemlich egal sein: ob 22% oder 29% weniger Belastung - die Hauptsache weniger. Hinzukommt: Andere Studien belegen, dass sich das gesamte Entzündungsgeschehen im Körper durch die Mittelmeerkost verbessert. Auch das dürfte vielen mehr nützen als schaden.

14.9.2018 cs / Quelle: JAMA Dermatol.





Quelle:
http://www.medizinauskunft.de/home/artikel/diagnose/krankheiten/Haut/psoriasis-mediterran-14-9-2018.php