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Schuppenflechte kann auch dem Herz schaden

Patienten, die an Psoriasis (Schuppenflechte) leiden, haben oft ein erhöhtes Risiko  für kardiometabolische Erkrankungen. Damit sind Erkrankungen gemeint, die zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen: erhöhter Blutdruck, Diabetes mellitus, Übergewicht bzw. Fettdepots am Bauch, erhöhte Triglyzeride, ein zu niedriges HDL-Cholesterin.

Hauterkrankungen wie die Schuppenflechte haben eine systematische Komponente, so drückt es der Exzellenzcluster Entzündungsforschung aus. Diese Organistion befasst sich mit der Entstehung von chronischen Entzündungen und einer Suche nach Therapien für die vielen verschiedenen Krankheitsbilder. Was die Mediziner mit "systematischer Komponente" meinen, ist, dass die Hauterkrankung sich auf den gesamten Organismus auswirken und eine Reihe von Folge- oder Begleiterkrankungen hervor rufen kann.

Bisher weiß man, dass zwischen 10% und 35% der Psoriatiker auch eine Arthritis bekommt, also eine schmerzhafte Zerstörung der Gelenke. Außerdem entwickeln Patienten mit Schuppenflechte siebenmal häufiger die chronische Darmerkrankung Morbus Cross, bei der der gesamte Magen-Darm-Trakt - von der Mundhöhle bis zum After - betroffen ist. Viel öfter kommen auch Colitis ulcerosa (Entzündungen des Mast- und Dickdarms) sowie Zoelikakie (Überempfindlichkeit gegen das in vielen Getreidesorten enthaltenen Gluten) vor. Darüber hinaus treten vermehrt Weichteil-Rheuma, Entzündungen an Augen und Zahnfleisch, eine chronische Nierenschwäche sowie Depressionen auf.

Entdeckt hat man auch, dass Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen bei Schuppenflechte-Patienten doppelt so häufig vorkommen wie bei gesunden Menschen: So trifft man vermehrt auf Arteriosklerose, Arterienverkalkung, Gefäßverschluss, Durchblutungsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Herzflimmern, Herzinfarkt, Schlaganfall. Wissenschaftler haben jetzt erforscht, dass es für die kardiovaskuläre Erkrankungen und Psoriasis einen sogenannten gemeinsamen pathogenen Mechanismen sowie genetische Zusammenhänge gibt. Sie sind "eng miteinander verknüpft", sagen die Wissenschaftler.

Diese haben beispielsweise heraus gefunden, dass bei ansonsten gesunden Menschen sich im Vorfeld einer Entzündung bestimmte Zytokine - das sind Stoffe, die an Entzündungsprozessen sowie der Reaktion des Immunsystems beteiligt sind - stark vermehrten. Es handelte sich dabei genau um die Zytokine, die auch beim Auftreten kardiometabolischer Erkrankungen beobachtet wurden. Mediziner schließen daraus, dass Entzündungen einer solchen Erkrankung vorausgehen. Und das wiederum heißt, dass es möglicherweise neue Ansatzpunkte für Therapien gibt.Vor allem bedeutet es aber auch, dass bei Patienten mit Schuppenflechte Herz, Kreislauf und Gefäße beobachtet werden müssen.

Berliner Ärzteblatt 06.10.2014/ Quelle: AJM 2014

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