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Die Inhaltsstoffe der Tätowiermittel können nicht nur der Haut, sondern dem gesamten Körper schaden (Foto: Klaus Rupp / pixelio.de)
Die Inhaltsstoffe der Tätowiermittel können nicht nur der Haut, sondern dem gesamten Körper schaden (Foto: Klaus Rupp / pixelio.de)
Tätowierungen: Immer noch fragwürdige Inhaltsstoffe

Tätowiermittel genau wie Permanent Make-Up enthalten Nickel. Doch Nickel gilt als das Kontaktallergen mit der höchsten Sensibilisierungsrate. Menschen mit einer Nickelallergie können schwere, krankhafte Hautveränderungen entwickeln. Doch Nickel ist nicht der einzige problematische Stoff, aus denen Tätowiermittel bestehen.

Nickel ist das Kontaktallergen mit der höchsten Sensibilisierungsrate. Verbraucher mit einer Nickelallergie können das Allergen im Alltag kaum vermeiden. Denn Nickel findet sich in Lebensmitteln, Schmuck, Piercings, Lederwaren, Farben oder Haushaltsprodukten sowie Zahnersatz oder Körperimplantaten. Das macht das Leben für Betroffene schwer. Denn die allergische Reaktion kann zu schweren Hautveränderungen führen -  beispielsweise zu Flechten- oder Granulombildung.

In vielen Tätowiermitteln sowie in Permanent Make-Up ist Nickel nachweisbar. Dabei ist nicht unbedingt Inhaltsstoff sondern kann auch als Verunreinigung während des Herstellungsprozesses in das Tätowiermittel gelangt sein. Während Nickel in kosmetischen Mitteln reguliert und dort nur in Spuren enthalten sein darf, ist der Stoff für Tätowiermittel nur teilweise reguliert. Und zwar nur soweit, wie Nickel in Verbindungen enthalten ist, die in Anlage 1 der KosmetikV gelistet und damit in Tätowiermitteln verboten sind.

Tätowiermittel und Permanent Make-Up sind in Deutschland seit 2009 durch die Tätowiermittelverordnung geregelt. Diese gibt in einer Negativliste Stoffe an, welche nicht verwendet werden dürfen, wie beispielsweise krebserzeugende Azofarbstoffe und das allergene p-Phenylendiamin. Allerdings weiß man bislang bei vielen Stoffen, die in Tätowiermitteln enthalten sein können, nicht, wie sie im Körper wirken. Sie werden also verwendet, obwohl es keine Daten über ihre Unbedenklichkeit gibt.

Wie gefährlich das ist, zeigen Daten. Von den etwa 120 Mio. Tätowierten leiden 7 Mio. unter wiederkehrenden Gesundheitsproblemen, die vor allem die Haut betreffen u.a. aber auch Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber sein können. Welch gefährlicher Mix sich in den Tätowiermitteln teilweise zusammenbraut, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zusammengestellt: So finden sich in den Pigmenten z.b. Titandioxid, Carbon Black, Ruße (Kohlenstoff), Azofarbstoffe, Phthalocyanine, Thioindigo, Anthrachinone und anorganische Salze. Außerdem Konservierungsstoffe wie Benzoisothiazolinone, Benzoesäure, Salicylsäure, Phenol, Phenoxyethanol und Weichmacher wie Di-n-butylphthalat weiterhin Verunreinigungen wie  polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, aromatische Amine und N-Nitrosamine sowie Duft- und Aromastoffe, Acrylharze, UV-Absorber, Lösungsmittel, Verdickungsmittel, pH-Regulatoren und möglicherweise Stabilisatoren.

Das ist eine Chemikaliensuppe, die wenig Vertrauen vermitteln kann. Das BfR fordert deshalb auch, dass die Farbmittel auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit hin bewertet werden müssen. Dabei sei vor allem ihre Reinheit bzw. Verunreinigung mit Schwermetallen und die Bildung von möglichen Spaltprodukten wie krebserzeugenden aromatischen Aminen, die durch den Stoffwechselprozess sowie durch UV- (auch in der Sonne) und Laserstrahlung entstehen könnten, zu prüfen. Und es müsste sicher gestellt sein, dass Farbmittel keine erbgutverändernde, krebserzeugende oder fruchtbarkeitsschädigende Wirkungen hat und dass es die Haut und Schleimhäute nicht reizen oder Allergien auslösen kann.


Berliner Ärzteblatt 06.06.2013/ Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
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