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Auch Schwangere sollen jetzt grundsätzlich gegen Influenza geimpft werden (Foto: ABDA)
Neue Impfempfehlungen: Influenzaschutz auch für Schwangere

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut hat ihre Impfempfehlungen aktualisiert. Sie empfiehlt jetzt eine generelle Masern-Schutzimpfung für junge Erwachsene sowie die Influenza-Schutzimpfung für alle Schwangeren. Bei den Impfempfehlungen für Röteln, Meningokokken, Tollwut und Cholera hat die Ständige Impfkommission (STIKO) Anpassungen und Präzisierungen vorgenommen.

Die Masern-Impfung (in Form der Masern-Mumps-Röteln-Impfung) wird zukünftig für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen empfohlen, sofern sie nicht oder nur einmal geimpft sind oder der Impfstatus unklar ist. Besonders betrifft diese Empfehlung Personen, die im Gesundheitsdienst, in der Betreuung von immungeschwächten Menschen oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten.

Als Begründung für die Ausweitung der Empfehlung nennt die STIKO die immer wieder auftretenden Masernausbrüche in Deutschland und Impflücken vor allem in der Gruppe der jüngeren Erwachsenen. Auch bei Jugendlichen gebe es deutliche Lücken im Masernschutz; bei ihnen greife aber die schon seit Jahren bestehende generelle Empfehlung, alle im Kleinkindalter versäumten Impfungen vor dem 18. Geburtstag nachzuholen.

Die Influenza-Impfung für die nächste Grippesaison weitet die STIKO auf alle Schwangeren aus, weil bei Schwangeren ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe beobachtet wurde. Der Rat zu einer Influenzaimpfung besteht bereits für Personen ab 60 Jahre, chronisch Kranke, Medizinpersonal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Personen, die Risikopersonen betreuen.

Der übliche saisonale Grippeimpfstoff, der sich jedes Jahr aus den drei aktuell am häufigsten auftretenden Influenza-Virustypen zusammensetzt, wird in diesem Jahr auch das pandemische Influenzavirus („A/H1N1/California/2009“) enthalten. Deshalb ist die spezielle Impfempfehlung zur Pandemischen Influenza 2009 („Schweinegrippe“) nicht mehr erforderlich und wurde von der STIKO bis auf Weiteres zurückgezogen.

Dass die Zusammensetzung des “normalen” Influenza-Impfstoff auf die Schweinegrippe erweitert wurde, ist für Schwangere zumindest fragwürdig. Denn Langzeiterfahrungen mit den Impfstoffen gegen Schweinegrippe existieren nicht. So schreibt das Deutsche Ärzteblatt: “Wie bei allen Medikamenten in der Schwangerschaft ist man auch bei der Impfung auf Beobachtungsdaten nach Markteinführung angewiesen, da randomisierte Studien zur Verträglichkeit bei Schwangeren unter anderem aus ethischen Gründen nicht durchgeführt werden.“

Bei der Rötelnimpfung empfiehlt die STIKO, dass alle Frauen im gebärfähigen Alter zweimal geimpft sein sollen. Bei Meningokokken hat die STIKO die Verfügbarkeit eines neu zugelassenen viervalenten Konjugatimpfstoffs berücksichtigt. Bei den Impfempfehlungen zu Tollwut und Cholera wurden Änderungen der epidemiologischen Situation (Ausrottung der Wildtollwut in Deutschland) beziehungsweise internationalen Empfehlungen Rechnung getragen.

Alle relevanten Änderungen sind in der STIKO-Veröffentlichung farblich markiert. Die Impfempfehlungen finden Sie hier: Epidemiologisches Bulletin.

Die STIKO-Empfehlungen sind Grundlage der öffentlichen Impfempfehlungen der obersten Landesgesundheitsbehörden und der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die Mitglieder der STIKO sind ehrenamtlich tätige Experten aus unterschiedlichen Disziplinen der Wissenschaft und Forschung, aus dem Bereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und der niedergelassenen Ärzteschaft.



WANC 02.08.10, Quelle: Epidemiologisches Bulletin, 2. August 2010 / Nr. 30

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